Der Zwölferrat der Zeecheneegel Clique aus Stetten hatte eine rundum gelungene Feier im Gemeindehaus St. Fridolin auf die Beine gestellt. Das Spektrum reichte von Schnitzelbank-Versen bis zur Sperrmüll-Musik. Foto: Anita Indri-Werner

Der Abend des Zwölferrats der Zeecheneegel Clique im Gemeindehaus St. Fridolin in Lörrach-Stetten gestaltete sich prunkvoll, amüsant und überaus unterhaltsam.

„Steht auf, wenn ihr Narren seid“ zur Melodie des Pet Shop Boys-Songs „Go West“: Schon nach dem Einmarsch des Zwölferrats herrschte im Saal die allerbeste, ausgelassene Stimmung unter den närrisch gekleideten Besuchern. Jörg Roßkopf, 24 Jahre lang Obergildenmeister der Lörracher Narrengilde, führte durch das vielseitige Programm. Der bekannte Bandleader „Dino“ mit zwei weiteren Musikern spielte mitreißende Ohrwürmer zum Mitsingen und Schunkeln, so dass es kaum jemanden auf den Stühlen hielt. Da durfte auch eine große Polonaise durch den Saal nicht fehlen.

 

Nachbarn aus Weil und Basel kriegen ihr Fett weg

Ralf Garni und Jörg Bieg, zwei Mitglieder des Zwölferrats, stimmten die Gäste mit „News aus aller Welt“ auf den Abend ein. Dass der Putzfrauenstreik auch „Wischmobb“  genannt wird und dass ein gefasster Spanner nach seiner Festnahme „weg vom Fenster ist“, berichteten die beiden. Ganz besonders viel bekamen die Weiler ab. Wer in Weil-Friedlingen wohne, der brauche ein Visum für die Türkei, und die Basler und Weiler seien frustriert, denn immer wenn sie „Versteckis“ spielten, suche sie keiner. Nun, die anwesenden Weiler nahmen es sportlich.

Das Alpen-Sperrmüll-Duo aus Bayern Foto: Anita Indri-Werner

Lokales aus Stetten, vom TuS Stetten, dem Stettemer Wochenmarkt  und von einer Schlägerei  im Café Pape wurde ebenso vermeldet. Dabei schauten die zwei Bühnenspieler auch ins Ausland, beispielsweise nach Mallorca oder England und das stets voller treffendem Witz, Komik und Einfallsreichtum. Genauso war auch der Wetterbericht gestaltet. Das Publikum spendete begeisterten Applaus.

Stimmakrobat bringt Prominente auf die Bühne

Herrlich vielseitig und treffend auch der Vortrag der Schnitzelbangg  vom „Schnapsbagge“ aus Basel.  Auch hier gab es kleine Seitenhiebe nach Weil am Rhein. Der Schnitzelbänkler präsentierte sehr gut pointiert eine unglaubliche Vielfalt der Themen.

Wer nun glaubte, diese Darbietungen seien nicht zu toppen, der irrte sich. Als „akustisches Schweizer Taschenmesser“ kündigte Roßkopf den Stimmakrobaten Peter von Kron an. Der Stimmimitator brachte Thomas Gottschalk, Dieter Hallervorden, Otto Walkes, Ottmar Hitzfeld, Boris Becker, Günter Oettinger, Winfried Kretschmann und viele andere stimmgewaltig auf die Bühne. Manchmal im Zwiegespräch, dann wieder mit drei Personen gleichzeitig: Die Aufführung war einfach phänomenal, um nicht zu sagen Weltklasse. Ohne eine Zugabe durfte von Kron die Bühne nicht verlassen.

Den Finger auf die Wunde des Weltgeschehens legte die Schnitzelbangg „Giftspritzi“ aus Basel in ihrem Vortrag. Herrlich, als der Schnitzelbänkler seinen Vers auf Grönländisch vortrug, um ihn anschließend zu übersetzten. Wochen habe er gebraucht, um diese Sprache zu lernen, verriet er. Nun, die Übersetzung lautete folgendermaßen: „Trump, Du blöde Siech“. Das Publikum bog sich vor lauter Lachen.

Musik auf Fundstücken aus dem Sperrmüll

Nun hatte das Alpen-Sperrmüll-Duo aus Bayern seinen Auftritt. Die musikalischen Großmeister der Sperrmüllmusik erzeugten mit Rechen, Luftpumpen, einer Gitarre aus einer Schublade gefertigt, einem Staubsauger, mit Abfluss-Gummisaugern und einer Tubenorgel überraschende Töne. Aus einem Rohr war ein Reise-Alphorn geworden und der Schlauch mit einem Trichter am Ende wurde ebenso zum Musikinstrument wie eine Schaufel, die zur Gitarre umfunktioniert worden war. Mit einem zünftigen Alpenrock, bei dem eine hölzerne Heugabel die E-Gitarre ersetzte und eine Sense zum Schlagzeug wurde, verabschiedete sich das Duo unter stehendem Applaus.

Gerd Büche und Michael Weber vom Zwölferrat hatten sich am Marktstand die Arbeit auf dem Rathaus, den Oberbürgermeister, den Gildemeister und den Lörracher Umzug zum Thema gemacht. Mit der Guggemusik „Die alte Schlurbi“ ging die Stimmung im Saal dann noch einmal so richtig hoch. Neben dem opulenten Sound der Guggemusik begeisterte der 73-jährige Drummer mit einem minutenlangen Solo. Dass hier eine Zugabe gefordert wurde, war klar.

Nacheinander verließen die Mitglieder des Zwölferrats unter dem Singen des Zeecheneegel-Liedes „In de Zeeche“, das vom Publikum lauthals mitgesungen wurde, die Bühne und kündigten so das Ende des Programmes an. Ein toller Abend, so die Resonanz aus dem Publikum. Der Zwölferrat selbst war ebenfalls mit dem Verlauf seiner 26. Veranstaltung zufrieden. Noch lange wurde bei Tanzmusik und an der Bar ausgelassen fasnächtlich gefeiert.