Vollbesetzt war die Alte Halle am Sonntag zur Seniorenfasnacht.
Alles spielte sich getreu dem Fasnachtsmotto ab: „Kei Zyt zuem Jomere“. Mit den Worten „Heut derf me lache, loose, schwätze!“ lud Gildenmeister Manuel Sütterlin die Menschen ein, den Sonntagnachmittag bei der Seniorenfasnacht von Narrengilde und Narrenzunft zu genießen.
Und schon enterten „D’Märtwiiber“ die Bühne. In Kittelschürze und mit Ohrwurmmelodien zur Gitarre kommentierten sie scharfzüngig das Geschehen vor Ort und in der Welt: Es ging um die neuen Baderegeln im Lörracher Freibad, den hoffentlich beigelegten Zuschuss-Streit zwischen Gilde und Stadt, die Kandertal-S-Bahn, außerdem um Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz, der ungern Bahn fahre, weil es vor dem Einsteigen immer heiße „Bitte zurück treten“. All das besangen die Brüder Denzer unter gut gelauntem Applaus. Nochmals höher schlug die Stimmung, als sie dem „Vollidioten“ Trump versicherten, Lörrach bekomme er „im Läbe ned“, dafür aber Weil am Rhein. Die schön gezeichnete Helge zeigte Grönland.
Närrischer Appell für mehr Menschlichkeit
Die Narrenzunft glänzte mit einem Sketch über den Bahnhofsplatz mit seinem bekanntermaßen bunten Publikum. Stimmgewaltig verteidigten Stephan Ziegler und Andreas Glattacker in der Rolle zweier Obdachloser ihr Recht, hier zu sein und ihr flüssiges „z’Morge“ einzunehmen. Ein älteres Ehepaar (Norman Meier, Philipp Buser) kritisierte dagegen den Müll, die Ladendiebstähle, stupfte auch mal mit dem Regenschirm. Doch dann begann man miteinander zu reden: Wenn sie in Ruhe gelassen werden wollten, müssten sie auch die Leute in Ruhe lassen, hielt das Ehepaar den Gestrandeten entgegen. Gemeinsam überlegte man, ob die Stadt nicht ein paar Schlafplätze in der Tiefgarage frei halten könnte - schließlich gehöre zu jeder Stadt ein „sozialer Brennpunkt“. Ein launiges Plädoyer für mehr Menschlichkeit, das auch schon bei der Zunftabend-Premiere für Heiterkeit mit nachdenklichen Zwischentönen gesorgt hatte.
Luitgard Ehmsen, die 88-jährige Protektorin der Lörracher Fasnacht, eroberte die Herzen der Gäste im Sturm. Mit blitzenden Augen trug Ehmsen, die jedes Jahr bei der Seniorenfasnacht auftritt, Schnitzelbankverse über die Lörracher Fasnachtscliquen vor. Ihre Ernennung zur Protektorin, gegen die sie sich zuerst ein wenig sträubte, kommentierte sie mit einer Hit-Melodie: „Mit 88 Jahren, da hät’s e mol ä End. Des hab ich mir so denkt.“ Begeisterter Applaus war ihr sicher.
Schnitzelbanksänger kommen beim Publikum an
Viel Applaus ernteten auch der Schnitzelbanksänger Hansi von den „Rüebewaggis“ mit seinem Helgenmädchen Anne Dessenne sowie die Blackforest Linedancers für ihre dynamischen, mit guter Laune und Cowboyhut getanzten Choreographien.
Den Nachmittag über sorgte das Duo „Nightshadows“ mit seiner Musik für gute Laune. Schwungvoll und souverän begleiteten sie das Geschehen auf der Bühne, immer wieder brachten sie die Gäste mit Stimmungshits zum Schunkeln. Ein Küchenteam sorgte mit Kuchen und Getränken für das leibliche Wohl und beim Bingo mit Danny Kay rauchte so mancher Kopf, aber es winkten attraktive Preise.
Zum Abschluss dankte Manuel Sütterlin allen Mitwirkenden. Die Gäste bat er, am Ausgang eine Spende da zu lassen. Jeder solle geben, was er kann: Man wolle, dass alle Menschen an der Seniorenfasnacht teilnehmen können.