Wollbachs Ortsvorsteher Werner Brugger übergab den Rathausschlüssel an Chochlöffel-Chefin Julia Cordes. Foto: Gudrun Gehr

Narrenbaumstellen, Amtsenthebung, Erraten des „Super-Glunkis“ und mehr – am Schmutzige Dunnschdig war in Wollbach einiges geboten.

In Nachthemden, Schlafmützen und Ringelsocken erhielten die kleinen Umzugsteilnehmer in der Wollbacher Kandertalhalle von den Wollbacher Chochlöffeln Fackeln. Glücklicherweise hatte der Regen pünktlich aufgehört.

 

Der Narrenwurm mit den stimmungsvoll leuchtenden Fackeln zog durch Wollbach und freute sich auf das Aufstellen des Narrenbaums bei der „Alten Krone“. Am Morgen hatten die Chochlöffel unter Leitung ihres Schriftführers Oliver Gerlach gemeinsam mit den Kindern des Kindergartens Aufhängungen für glitzernde CD-Scheiben als Schmuck gebastelt.

Der Narrenbaum, eine stattliche Fichte aus dem Wollbacher Wald, lag zum Aufstellen bereit. Acht kräftige Helfer hievten diese mit bloßer Wollbacher Manneskraft unter Zuhilfenahme von „Schwalben“, jeweils zwei miteinander verbundenen Stangen, innerhalb einer Viertelstunde in die Senkrechte unter dem nächtlichen Himmel. Das närrische Volk freute sich und spendete lebhaften Beifall.

Eilends ging es mit dem Narrenwurm wieder zurück zum Vorplatz der Kandertalhalle. Dort wurden die Narren mit den fetzigen Klängen der Wollbacher Dampf-Musik, einer Auswahl aus dem Wollbacher Musikverein, begrüßt. Auch die Bewirtung mit Glühwein, Kinderpunsch, weiteren Getränken sowie Grill- und Käsewürsten war von den Chochlöffeln unter Leitung von Julia Cordes vorbereitet worden. Das Thekenteam hatte alle Hände voll zu tun.

In Wollbach wurde auch der Narrenbaum aufgestellt. Foto: Gudrun Gehr

Aber das Programm war noch nicht beendet: Traditionsgemäß musste Ortsvorsteher Werner Brugger sein Rathaus räumen und den Rathausschlüssel an die „Fasnachts-Chefin“ abgeben. Brugger wurde samt der fahrbaren „Bütt“ auf den Platz gerollt und musste mehr oder weniger freiwillig den Schlüssel aushändigen.

Ortsvorsteher Werner Brugger hält eine Büttenrede

Natürlich gab dazu noch eine humorvolle Büttenrede an das Volk. Brugger fügte auch einige Gedanken zum Weltgeschehen hinzu und sagte: „Jetz sin ihr z’Wollbach mit dem Regiere dra, bitte mached’s besser als in dr USA dä alde Ma. Ich glaub faschd im Oschde wie au im Weschde, wärs langsam Ziit und für viele am Beschde, de eind oder andere würd sin Löffel, ääh Schlüssel, abgeh.“ Lebhafter Beifall dankte dem Ortsvorsteher.

Wer verbirgt sich hinter dem „Super-Glunki“? Foto: Gudrun Gehr

Weiter ging es im Programm der fröhlichen Fasnachtsparty in Wollbach: Traditionsgemäß musste noch der „Super-Glunki“ erraten werden, der maskiert durch die Gäste lief. Eingesammelt wurden die Tipps, und der „Super-Glunki“ lüftete das Geheimnis.

Es war Ortschaftsrätin Sabine Strohmeier. Glücksfee Nael Murise-Gölke hatte das Los gezogen, erraten hatte es das Kindergartenkind Juna Imbaumgarten. Der Preis in Form von einigen Flaschen Wollbacher Wein ging natürlich an ihren Papa.