Der „Dorfobend“ fasst die Inzlinger Geschehnisse des vergangenen Jahres pointiert zusammen. Die Schlurbis freuen sich über ein volles Haus.
Ein kurzweiliger Termin stand für die Narren im Waieland zum Wochenendeinstieg auf dem Programm. Die Schlurbi-Clique lud zum zweiten Mal in das katholische Pfarrheim ein, das aus allen Nähten platzte. Die einzige Enttäuschung an diesem Abend hatten die, die keine Karten mehr bekommen hatten. Denn erneut bot der „Dorfobend“ beste Unterhaltung und Rückblicke auf das vergangene Jahr im Dorf und darüber hinaus.
Riesiger Aufwand
Cliquen-Chef Samuel Häfele freute sich eingangs, einige Verbesserungen verkünden zu können: Neben einem Mikrofon sei dies vor allem die Beleuchtung. Eigentlich war nur ein Scheinwerfer geplant, doch durch den Diebstahl der „Artischocken“-Lampen wäre man nun bei Eiern angelangt. „Wenn des so witergoht, hängt bald e ganzes G’richt vo de Decke.“ Dabei warnte er vor Zwiebellampen, die sonst spätestens im September wegen des Waiefests in Gefahr wären. Dank der Dännlehexe fiel die Veränderung nicht sofort ins Auge. Mit unzähligen Din-A4-Papieren waren die „Artischocken“ liebevoll kopiert worden.
Kein Bug, sondern Feature
So einiges galt es im Vorfeld zu stemmen und Freitag, der 13., machte wohl seine eigenen Regeln. Moderator Valli Brugger weilt derzeit für ein Auslandssemester in Melbourne und wurde durch Marlon Andris vertreten. Dann mussten der Ausfall der Zapfanlage kompensiert werden, und zu allem Elend war ein falsches Bier geliefert worden. Selbst Olaf Andris, der wie gewohnt mit Holger Suck zur Höchstform auflief, kapitulierte zwischenzeitlich vor dem eigensinnigen Mikrofonständer, der ungeplante Lacher zur bereits tollen Nummer hinzufügte. „Das ist kein Bug, das ist ein Feature“, sprachen die beiden KI-Roboter – wobei das KI für Karnevalistische Intelligenz stehe.
Lampendiebe müssen reich sein
Ob die Inzlinger Lampen bald im Ballsaal des Weißen Hauses hängen? „Bei 3000 Watt Verbrauch der zehn Lampen müssen die Diebe reich sein.“ Mit einigen umgedichteten Liedern im Gepäck und vielen Reimen glänzten die mit LEDs verzierten Androiden und ließen auch falschparkende Lörracher Blitzer auf Inzlinger Gebiet nicht außen vor.
Lustiges aus dem Waieland
Vor den beiden Urgesteinen eröffnete „Nachtwächter“ Sven Andris den Abend. Helgehalter Horst Meier präsentierte die thematischen Zeichnungen zu den einzelnen Versen. Begann er noch mit dem „Gebrauchwagenhändler“ Christian Lindner mit einem Bundesthema, kam er bald zu Verfehlungen in der Nachbarschaft. Seien es Drogenspürhunde, die in der S6 nach Basel Cannabiscreme-Nutzer entdecken, oder Dixiekloschüttler, die den falschen Adressaten erreichten – mit dem Publikum sang man nach jeder Strophe passend: „Es ist schon allerhand, was hier passiert im Waieland.“
Dreimal über’n Gotthard
Davon konnte auch „de Elektriker“ (Thomas Fisch) erneut mehr als ein Liedlein singen und wusste zu berichten, dass die Jugendfeuerwehr ein falsches Ziel zum Hüttenwochenende ansteuerte. Ein anderer Wagenlenker kam mit seiner „Abkürzung“ gar gleich drei Mal über den Gotthardt auf dem Heimweg. Ob Artischockenklau, Schäferstündchen auf dem Buttenberg oder Behinderungen durch Elterntaxi-Störmaßnahmen an der Grundschule – „de Elektriker“ erinnerte amüsant daran.
Musikverein als Waielanddudler
Neben Alleinunterhalter Michael Gleissle sorgte die Abordnung des Musikvereins als „Waielanddudler“ für die größeren musikalischen Beiträge. Dabei schimmerte die Bühne kräftig im Schlurbi-Orange durch die Cliquen-Mitglieder in Doppelfunktion. Mit berühmten Songtiteln zum Drei-Viertel-Takt hatten die Gäste auch einiges Ungewohntes zu singen.
Nächstes Jahr ist Jubiläum
Den Lästerschwestern (Franziska Siebold und Melanie Andris) entging nicht, dass eine Mitbürgerin am Basler Bahnhof ihre Tasche mit allen Papieren und Geräten stehen ließ. Auch wurde mit viel Charme bekannt, dass einer Arztpraxis der Toilettengang auf den Anrufbeantworter übermittelt wurde. Das Finale lieferte wieder Jakob Andris. Als Handwerker-Praktikant waren ihm die Verfehlungen der Jugendfeuerwehr und der Symphis, auch der Artischockendiebstahl wie seinen Vorrednern nicht entgangen. Zumindest ihm war klar, weshalb es Probleme auf der Baustelle der SVI-Halle gab. Und nach der Wiederwahl ernannte Andris dann Marco Muchenberger zum „Bürgermeister des Jahres“ mit Bild und Krone als „krönenden Abschluss“ des gelungenen Programms.
Schon jetzt ist die Vorfreude groß, wenn im kommenden Jahr der 20. Geburtstag des Dorfobends und das 66-jährige Cliquen-Bestehen entsprechend gefeiert werden sollen.