Zum Auftakt am Rosenmontags ging es im Haus der Begegnung bei den Schnitzelbänken bisweilen nachdenklich zu. Dazu gab es einige Pannen, mal logistischer und mal menschlicher Natur.
Keinen Auftakt nach Maß gab es am Montagmorgen zum traditionellen „Mählsuppelöffle“. Wegen des Abbaus des Narrendorfs startete der Programmteil mit leichter Verspätung. „Es war eine sehr erfolgreiche Veranstaltung. Den Regen haben wir gar nicht bemerkt“, bilanzierte Ozume Stefan Koppetsch.
Was erst zum Ende mitgeteilt wurde: Wegen logistischer Missverständnisse musste auf die liebgewonnene Zwiebelwaie verzichtet werden.
Dafür verpackte Pius Jehle die schlechte Nachricht in einem aufmunternden Vers und dem positiven Aspekt, dass zumindest ein Rumpeln in Darm und Kloschüssel ausbleiben werde.
Ruf nach den BüfüBä
Heinz „Fätze“ Weiß übernahm gewohnt souverän und schlagfertig die Moderation im noch in der Zunftabendbestuhlung befindlichen Haus der Begegnung. Doch auch er kam an seine Grenzen, als er der „Markgräflerin“ (Annette Grether) versuchte, das Mikrofon passend einzustellen.
Als dann noch ein Deko-Bäumchen umfiel, wurde der Ruf nach den BüfüBä (Bürger für Bäume) schon laut. So nahm Weiß sich einen Stuhl und unterstützte das Gestänge, damit Grether sich in Rage reden konnte. Das Motto der Session „Wenn de muesch, sottsch welle“ kombinierte sie mit Einschüben einem Zungenbrecher gleich, womit die Grüne fast zum Pendant der Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek wurde. Heinz Weiß empfahl seine Dienste an Bürgermeister Tobias Benz, dass er als Rentner demnächst auch als Mikrohalter herhalten könne.
Auch Gäste aus Wyhlen
Als einzige Wyhlener Präsenz kamen erneut die Freibänkler in den westlichen Ortsteil und nahmen sich bis zum Ende der eigenen Stimmbänder in neun Vierzeilern dem Welt- und Dorfgeschehen an. Zum zweiten Mal trat das Hirschböög-Trio „HaDeBe“ an. Mit ungeplanten Missgeschicken starteten sie. „No nid lache – mir hän no nid a’gfange“, bremste Ha (Hanspeter Weiß) die Gäste. Zu verschiedenen Themen, bebildert auf einer Helge, hielten sie ihre Reime. Nur beim Schild „Wyhle“ blieb es still.
Zwei Premieren gab es auf der Bühne. Während Sandra Grether im Sportoutfit nochmals die Kita-Beitragserhöhung närrisch kritisierte („Protest muss man sich leisten können“), sprach „Paule vom Hornfelsen“ im Prosa über Geschehnisse außerhalb des Dorfes, wie die Künstliche Intelligenz oder Bundeswehr.
Reisewarnung für die USA
Zum Schluss wurde es nochmals nachdenklich, als Thomas Schwab sich der Probleme, die durch Donald Trump verursacht werden, annahm und diesen mit dem cholerischen Donald Duck verglich. Final sprach er eine Reisewarnung für die USA aus, wo man wegen „Majestätsbeleidigung“ sonst Repressalien befürchten müsse.
Nach einer Stunde war der närrische Schlagabtausch beendet und die Röttelstei-Füchs konnten die Mehlsuppe servieren, die erneut von der „Krone“ Inzlingen gespendet worden war.
Wie die Jahre zuvor wird die Hutsammlung unter den Gästen für die Finanzierung der Kinderfasnacht am Nachmittag verwendet, was einigen Besuchern so manchen größeren Schein entlockte.