Der Doppelumzug zog mit zwei Premierengruppen durch Wyhlen und Grenzach: Regen oder Schnee sind ausgeblieben aus – Konfetti fällt aber in Massen.
Der Wettergott war am Sonntag auf der Seite der Narren statt bei den Meteorologen. Zwar ging der große Umzug der Narrenzünfte Rolli Rudel Wyhlen und Grenzach bei knackigen vier Grad Celsius los, doch mit dem Ende der ersten Etappe in Wyhlen kam statt Niederschlägen die Sonne raus und bestes Fasnachtswetter erstrahlte in Grenzach. Entsprechend gut gelaunt zeigten sich auch die Verantwortlichen der beiden Zünfte.
Erneut wurde der Umzug nicht vom dezimierten Musikverein angeführt. Dafür startete das „Narrenschiff“ mit den Zunftleitungen direkt hinter den Rolli Dudel Schränzern, die in ihrem neuen Outfit vorangingen. Nicht nur neue Kleidung, sondern ganz neue Cliquen hatten ebenfalls ihre Premiere: Angeführt von der „Weißen Wächterin“ marschierten erstmal die Kraftwerk Bieschter mit der Narrenzunft Rolli-Dudel durch Wyhlen.
Direkt vor ihnen liefen von der Grenzacher Zunft die Räbschrate ihr Debüt. Selbst einen kleinen Wagen hatten beide Cliquen bereits dabei und erweitern nun die Farbpalette des bunten Treibens der Zünfte in den Ortsteilen. Sie lösen damit die Fährwächter und die Lindageischter als Jungmitglieder ab.
Kreative Wagenbauer
Äußert kreativ zeigten sich die Wagenbauer zweier Gruppen. Erneut hatte die gesperrte Hochrheinhalle einen Auftritt: Die Dunnerloch Zotteli bemängelten, keinen Schwimmunterricht im Wyhlener Feuchtbiotop angeboten zu haben. Daher mussten ihre eigenen Bademeister vorangehen und mit den Zuschauern Übungen zur Körperertüchtigung vollziehen.
Überdimensionale Dampflok
Die Dängeligeister warfen zwar einen Blick nach vorne zur Elektrifizierung der Hochrheinbahn, beeindruckten aber eher durch die überdimensionale Dampflok mit Batteriebetrieb. „D’Hochrhybahn bald elektrisch – mir lönns verlutte – Verspötig dann in Volt – statt in Minute“. Die weiteren Cliquen präsentierten ihre Wagen mit kleineren Anpassungen. Was vor allem den Eltern gefällt: Viele Gruppen haben umgestellt von den häufig übrig bleibenden Bonbons auf beliebtere Gummibärchentüten.
Die Sonne lacht zum Umzugsende
War der Umzug durch Wyhlen noch mit Hochnebel kalt und trocken, kam mit dessen Ende die Sonne in der Doppelgemeinde raus. Zu Fuß, im Shuttlebus oder mit dem regulären „38er“ machten sich die Narren bei Sonnenschein nach Grenzach, wo nach dem zweiten Umzug des Tages das zweite Narrendorf als Belohnung für die Mühen wartete.