Einer gab – einer nahm: Tobias Benz (rechts) überreichte den Rathausschlüssel an Stefan Koppetsch. Foto: Rolf Reißmann

Angeführt von der Guggemusik wanderten die Hemdglunki am Donnerstagabend durch die gerade dunkel gewordenen Straßen.

Viele mit, manche ohne weißes Hemd, kleine Kinder im Wagen oder auf dem Arm, größere sorgten selbst für ihre Stimmung. Immer wieder reihten sich neue Glunki ein, freudig begrüßt von den bereits im Zug gehenden Narren – ständiges Winken an die Zaungäste.

 

Vorm Haus der Begegnung drängte sich dann die Menge auf dem Vorplatz, sang und jubelte zur lauten Stimmungsmusik. Aus den „gewöhnlich gut informierten Narrenkreisen“ war zu hören, dass es genau 555 Hemdglunki gewesen seien. Naja, ob es nun zehn mehr oder weniger waren, ist auch nicht so wichtig. Oberzunftmeister Stefan Koppetsch begrüßte vom Balkon herab die Menge und war höchst erfreut über die große Beteiligung. In Grenzach finden Umzug und Ball der Hemdglunki stets starken Zuspruch; ist das doch die erste gemeinsame Zusammenkunft für Eltern und Kinder.

Wie in jedem Jahr kam auch Bürgermeister Tonias Benz zum Ball. Kurz zuvor hatte er noch den Glunkis in Wyhlen seine Aufwartung gemacht. Wegen dieses Wechsels aus einem Ortsteil in den anderen liegt zwischen beiden Umzügen auch eine halbe Stunde Zeitunterschied bei den Abmärschen. „Trotz Gschtank der Chemie – Fasnacht muss sii“ schmetterte Benz den Narren entgegen und fand lautstarken Widerhall. Natürlich, so glimpflich, wie er es sich vielleicht gedacht hatte, kam er nicht davon. Er musste erst einmal den Rathausschlüssel abgeben. Er tat es aber keinesfalls widerwillig – fast erleichtert reichte er den riesigen Schlüssel dem Oberzunftmeister.

Natürlich hatte der Burgi auch etwas mitgebracht. Trotz der gegenwärtigen Finanzknappheit im Ort warfen er und einige, im Hemd kaum zu erkennende Gemeinderäte eimerweise Golddukaten in die Menge. Zwar ungültig für Zahlungen aller Art, erbrachten sie jedoch hohen Genusswert.

Dann ging’s im Saal richtig los. Jene, die sich entschlossen, den Glunkiball mitzugestalten, konnten sich an den südbadischen Gourmet-Spezialtäten – Schinken- und Fleischkäseweckli – laben und fanden genügend Gelegenheiten, um die ausgetrockneten Kehlen. zu erfrischen. Vor allem die Kinder nutzten die Gelegenheit zu Tanz und Spiel, die Großen kamen dann etwas später in Schwung.