Die vorerst letzte Generalversammlung der Guggemusik war von Emotionen geprägt. Zwar treten die verbliebenen Musiker nicht mehr auf, doch der Verein bleibt bestehen.
Die Guggemusik Node-Chaode wird auf unbestimmte Zeit pausieren. Ein seit längerer Zeit zu verzeichnender Weggang von Mitgliedern, nicht zu besetzende Register und vor allem die Corona-Zeit haben dazu geführt, dass die älteste Grenzacher Guggeformation diesen Schritt gehen muss.
Ein kleiner Rest an Hoffnung, dass sich die Zeiten einmal ändern könnten und es zu einer Renaissance kommen könnte, keimte bei der vorerst letzten Generalversammlung am Freitag auf. Diese Zusammenkunft war von vielen schönen Erinnerungen, aber auch von Emotionen geprägt.
Vorsitzender legt unter Tränen sein Amt nieder
Dies lag vor allem am krankheitsbedingten Ausfall des ersten Vorsitzenden Joachim Neubauer, der an der zurückliegenden Fasnachtskampagne nicht mehr teilnehmen konnte. Bei der Generalversammlung bekundete er mit tränenerstickter Stimme seine „Kündigung“ und seinen Austritt aus der Guggemusik. Mit den Worten „Einmal Node-Chaod, immer Node-Chaod“ dankte er seinen langjährigen Weggefährten und verwies darauf, dass die Node-Chaode über drei Jahrzehnte hinweg ein wichtiger Teil seines Lebens waren.
In ähnlicher Weise äußerte sich auch die musikalische Leiterin Daniela König. Sie wechselt zu den Rolli-Dudel-Schränzern, wo sie als Trompeterin auch weiterhin aktiv bleiben wird. Eine herausgestellte Rolle als musikalische Leiterin strebe sie nicht mehr an,.
Einst aus Rheinfelden „abgespalten“
Dass viele junge Fasnächtler heutzutage nur noch wenige Verpflichtungen auf sich nehmen wollen, darauf verwiesen schon vor Beginn der Generalversammlung Node-Chaode-Urgesteine wie Marianne Müller und Jochen Schmidle, der zu den Gründungsmitgliedern im Jahr 1984 zählte.
Er erinnerte daran, dass man damals in Rheinfelden bei den Guggis 81 mitmachte, sich dann aber abspaltete und eine eigenständige Guggemusik in Grenzach gründen wollte. Auf diese Weise seien die Node-Chaode entstanden.
Fakt ist, dass von 14 aktiven Mitgliedern bei der Generalversammlung acht ihren Rückzug bekundeten, so dass fortan an eine akzeptable Spielfähigkeit nicht mehr zu denken ist.
Dass die Node-Chaode aber dennoch in den letzten Jahren überhaupt noch spielfähig waren, dafür sorgte Leon König, der mit seinem Schlagwerk die Spielfähigkeit der Guggemusik überhaupt „rettete“, so die Dankesworte der übrigen Node-Chaode an den 15-Jährigen. Auch er verlässt die Node-Chaode in Richtung Rolli-Dudel-Schränzer.
Für eine Vereinsauflösung votierten die verbleibenden Vorstandsmitglieder noch nicht. Sie treibt die Hoffnung, dass neue Mitglieder gefunden werden können. Dabei sei es völlig unerheblich, ob man ein Instrument beherrsche oder gar Noten lesen könne, hieß es.
Der Verein hofft noch auf eine Renaissance
Präsenz zeigen wollen die verbleibenden Node-Chaode aber trotz aller Widrigkeiten auch weiterhin beim SlowUP und beim Jonannimärt. Auch monatliche Treffen sind geplant. Ganz in Vergessenheit gerät die beliebte Grenzacher Guggemusik daher nicht.
Das Formelle spielte bei der Generalversammlung angesichts der Zukunftsaussichten nur noch eine untergeordnete Rolle. Der zweite Vorsitzende, Lutz Ebert sprach in seinem Jahresbericht aber dennoch von einer tollen Fasnachtskampagne 2025/2026, die mit einem letzten öffentlichen Auftritt der Node-Chaode bei der Buurefasnacht in Altweil endete.
Mit emotionalen Worten betonte er, dass es mit den Node-Chaode viele tolle Momente gegeben habe. „Es macht mich stolz, Teil dieser Gemeinschaft zu sein“, sagte Ebert sichtlich ergriffen.
Über die Ehrungen berichten wir noch.