Bunt und fröhlich ging es zu beim Narrengottesdienst in der Kirche St. Bonifatius in Lörrach. Foto:  

Laut, bunt und lustig ist es beim Narrengottesdienst in der Lörracher Bonifatiuskirche zugegangen. Diese war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die Gugge-Musik ’53 begrüßte die Narrengemeinde in der Kirche mit fetzigen und rhythmischen Klängen, die durch die kirchliche Akustik mindestens doppelt so laut klangen wie auf der Straße und dadurch die ohnehin geballte Kraft der Musik um einiges verstärkte.

 

Der Kirchenmusiker Andreas Mölder, natürlich auch fastnächtlich verkleidet, begrüßte nach der fetzigen Eröffnung alle anwesenden Narren, Bürger und den Bürgermeister Jörg Lutz und sang mit mit der ganzen Gemeinde das „Kyrie eleison“. Danach folgte der Kirchenliedklassiker „ Laudato si“, welcher besonders bei Kindern beliebt ist, die auch zahlreich in der Kirche vertreten waren.

Auch da sangen alle Besucher und Narren fröhlich mit und manche schunkelten sogar im Rhythmus zwischen den Kirchenbänken. Das Tagesgebet sprach dann Pfarrer Joachim Giesler, der sich über die volle Kirche und die bunten Kostüme sehr freute. Anhand der ziemlich angespannten Weltlage rief er dazu auf, trotz allem positiv zu bleiben und Trost zu finden im Miteinander einen Tages wie gestern in der Bonifatiuskirche.

Aber auch die Politiker müssten jetzt anpacken, denn der hält, was er verspricht, sei dem Himmel näher. „Gott gibt uns Segen, er gibt uns Mut, es wird alles wieder gut“. Und nicht zu vergessen...Friss’n wäg, dr Schnääg! Im Kehrvers auf die Melodie vom Fliegerlied hieß es „Gott erhör,-hör,-hör unsere Bitten und verzeih unsere blöden Sitten, mach uns Mut, Mut, Mut, ja dann wird alles gut!Hab kai Zit, Zit, Zit zum jommere, den Gott, Gott, Gott der Obere, der sorgt, sorgt, sorgt für mich, weil er mich mag und ich sag...Hüt isch so ä schöne Dag! La La La La La“

Viel Musik gab es im Narrengottesdienst zu hören. Die Guggemusik klang im Kirchenschiff noch kräftiger als sonst. Foto: Holger Schlicht

Auch die Frauen des Gemeindeteams, übrigens verkleidet als Schwarzwaldmädels mit Bollenhut, hatten Texte vorbereitet, in denen es um das Leben und Überleben in den heutigen Zeiten ging, und auch darum, die Hoffnung nicht aufzugeben, so oft wie möglich Spaß zu haben und im Miteinander das Leben zu genießen. Nicht nur, aber vor allem in der Fasnachtszeit, denn wie heißt es im diesjährigen Narrenmarsch: „Güggel. Frösch und Schnääge – bliebe niene stägge. Au im allerchröschte Drägg sait me...Friss’n wäg, dr Schnägg“. So sahen es auch die Besucher des Narrengottesdiensts in der Kirche und klatschten und sangen mit.

Etwas ruhiger und besinnlicher wurde es mit dem Vater-Unser-Gebet, bevor die Gugge 53 zur Kommunion aufspielte und Andreas Mölder danach mit beeindruckender Stimme das Lied „ Auf das, was da noch kommt“ von Max Giesinger sang.

Das Ende dieses Mal besinnlich-nachdenklichen und mal laut-fröhlichen Narrengottesdiensts beschloss Pfarrer Giesler mit dem Segen für alle Anwesenden und die Gugge 53 begleitete die gut gelaunte Gemeinde musikalisch beim Auszug aus der Kirche.

Die Frauen des Gemeindeteams hatten sich als Schwarzwaldmädels verkleidet. Foto: Holger Schlicht

Wer mochte, konnte sich im Gemeindesaal mit Fasnachtswaie, Brezeln und Sekt oder Weißwein zum gemütlichen Miteinander treffen, bevor es zum großen Fastnachtsumzug in der Lörracher Innenstadt ging – Friss’n wäg de Schnägg!