Die Kolpingsfamilie Bamlach hatte für den Schmutzige Dunnschdig wieder einmal zum bunten Abend eingeladen.
Traditionell begann die Fasnacht in Bamlach mit dem Ausschellen vor dem Gasthaus „Storchen“. Ausscheller Philipp Epking gab die ersten Reime mit Unterstützung der Guggeratscha aus Rheinweiler zum Besten. Der Verschuldung der Gemeinde – „ zviel isch eifach zviel “ – wollte er mit dem Aufruf zur Gründung eines „Fördertöpfchen-Suchvereins“ entgegenwirken.
Nach kurzem Umtrunk ging es in der zum Wald geschmückten Halle mit dem bunten Fasnachtsabend der Kolpingsfamilie weiter. Das Motto lautete „Bohnesäckle hesch es gschnallt, oder stohsch du au im Wald?“. Jan Bächlin und Ingo Fräulin führten von ihrem Hochsitz aus durch das Programm.
Den Anfang machten die sieben Zwerge, die im Bad Bellinger Kurpark umherstolperten und dabei Schneewittchen unter ihre Fittiche nahmen. Das alte Leiterwägele – schon zur Tradition gewordenes Requisit – wurde mit den beiden Bohnesäckle Henrik und Johann Kreusch hereingezogen. Ohne Hemmungen trugen die beiden ihre Weisheiten vor, etwa über die kaputten Lautsprecher in der neuen Halle: „Dass me uns zwei nit verstoht – des goht jo gar nit.“ Die Narren in der Halle waren begeistert.
Fuchs, Hase und Wolf
In einem weiteren Beitrag der Kolpingjugend ging es um die Balzplätze für den Auerhahn. Das Anlocken mittels Vesperbrot klappte allerdings nicht, so dass man stattdessen zum Umtrunk in den „Storchen“ aufbrach.
Einen lustigen Disput im Wald lieferten sich Fuchs, Hase und Wolf. Sie sprachen über den Dialekt, der schon „ähne an der B3 “ wieder anders sei. So sei es für die nicht Ansässigen oft schwierig, die einzelnen Ausdrücke zu verstehen: zum Beispiel Zeh – Zeche oder vielleicht Zäh? Elisa Schmidt, Melissa Maier und Valerie Epking brillierten in tollen Kostümen als die drei Tiere.
Lautstark wurde es nun mit den schrägen Tönen der Bad Bellinger Guggemusik Luusbuebe. Das Publikum war begeistert und forderte stehend eine Zugabe.
Nachrichten über die Missgeschicke der Dorfbewohner
Als nächstes lud die Jugend ein zum „Schnäcketreff“. Weinbergschnecken auf dem Weg „gäch Berg uff“ von Bellingen hoch zum Geplauder. Allerdings hatten die Anwesenden vermutlich zum Teil ihre Probleme mit der Sprache der heutigen Jugend.
Weiter folgten die „BNN“ – die Bamlacher neuesten Nachrichten. Neben verschmutzten oder schlecht lesbaren Schildern gab es auch Nachrichten über das ein oder andere Missgeschick der Dorfbewohner. Auch über den geplanten Spielplatz im Kurpark oder aber pfiffige Transportmöglichkeiten wurde berichtet.
Interessante Einblicke gab es beim folgenden Besuch in der neu eröffneten Polizeistation Bad Bellingen. Die neuen Uniformen wurden zwecks Sparmaßnahmen von der Feuerwehr ausgeliehen. Der alten Oma wurde mit dem Ölkännchen beim quietschenden Rollator geholfen. Heftiger wurde es, als zwei Bamlacher sich im Anmarsch zum Posten befanden. Mit gezückter Pistole wurde für Ruhe gesorgt, bevor der erste Notruf für ein fluchtartiges Verlassen der Bühne sorgte.
Drei Waldbäume sprechen
Die Bürgermeisterwahl und sonstige Pannen waren Thema im Lied und Sprechvortrag von drei alten Bäumen (Sabine Fräulin, Markus Bächlin und Renate Epking). Dem großen Durst half auch nicht der Passant, der an einen der Bäume pinkelte. Die einzelnen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl wurden nochmals vorgestellt. Die offizielle Vorstellung wurde mit dem Spruch kommentiert: „Do bruche mer fast kei Fastnacht me mache.“ Aber auch das Durcheinander nach der Bekanntgabe der Wahl – drinnen, draußen, die Feuerwehr mit Bürgermeister allein beim Bürgermeisterbaumstellen – kam zur Sprache.
Auch ein Garant für Stimmung zu vorgerückter Stunde war der Auftritt von Martina und Bruno Bächlin als Schereschliefer. Nochmal musikalisch wurde es mit den Mädchen der Kolpingsfamilie, die einen flotten Tanz darboten. Erst nach einer Zugabe durften sie die Bühne verlassen.
Tanz nach dem Programm
Nach gut dreieinhalb Stunden wurden alle Akteure nochmals auf die Bühne beordert. Der Vorsitzende Philipp Epking bedankte sich bei allen Helfern und lud noch ein zum Tanz mit „Holger van den Tasten“.