„Der Teufel trägt Prada“ – der Kinofilm inspirierte diese Dorffasentgruppe. Foto: Vögele

Der Umzug am Sonntag in Reichenbach war ein großes Spektakel, die Narrenzünfte sorgten für ein buntes Bild in den Straßen.

Da soll noch jemand sagen, die Reichenbacher Fasentsnarren hätten bei Petrus kein Stein im Brett! Nach dem tagelangen „Sudelwetter“ blickte am Sonntag eine neugierige Sonne aus dem sonst so trüben Himmel auf ihre Reichenbacher herab, um mit den Tausenden von Besuchern, die in die Narrenmetropole an der Schutter gekommen waren, das närrische Treiben mitzuerleben. So wurde das Motto „Komm und lach in Richebach“ beim großen Umzug mehr als erfüllt. Reichenbach feierte mit 40 Gruppen ein Spektakel mit viel Gaudi, wofür das Narrendorf ja auch im Umkreis bekannt ist.

 
„Das Leben ist (k)ein Ponyhof“, sind diese Frauen überzeugt. Foto: Vögele

Eine gewaltige Schar von Schergässlern eröffneten den Zug mit den Ehrennarren und dem Baronspaar Laura I. und Matthias I. Für den musikalischen, lauten und schrägen Sound sorgten die Schutterschlurbi, die Guggemusik Koma-Sex und die Musikkapellen aus Reichenbach, Seelbach und Wittelbach sowie der Musikzug der Lahrer Feuerwehr, die seit Jahren den Reichenbachern die Treue halten.

Reichenbacher Fasentgruppen sorgen für ein schönes Lokalkolorit

Zünfte aus der Region zeigten die Vielfalt der alemannischen Fasent: Aus Seelbach kamen die Rauhlotzi, aus Schuttertal die Daldeifel und die Lurewiebli, aus Kuhbach die Kühe. Gern gesehene Gäste waren die Sendewelle aus Altdorf, die Riddl-schdägge aus Kürzell, die Offenburger Lätsche und die Surmilchlpumber aus Dunden-heim. Auch die Kirschedstorre aus Bischweier und die Wueti-Wiiber aus Duttlinge gaben sich die Ehre.

Der Wettergott meinte es gut, aber diese Frauen hatten sicherheitshalber ihre Regenschirme dabei. Foto: Vögele

Sieben Hexengruppen trieben ihr Unwesen: Die Laubenhexen aus Lahr, die Lucius- und die Schnaighexen aus Wittelbach wetteiferten mit den Sabbathexen aus Kippenheimweiler, den Rheinaue-Hexen aus Ottenheim und den Hähnlefeldhexen aus Ettenheim, denen sich die Gnaddlehexen aus Offenburg anschlossen

Etwas Besonderes sind die Reichenbacher Dorffasentgruppen, die sich alljährlich mit viel Fantasie der Narretei widmen: die Hofnarren und die „Vergesslichen“ sorgten mit den Allzweckwiibern, den Übrigbliebenen und der Gruppe Schwarzwälder Allerlei für viele bunte Farbtupfer. Auch die Gruppen Helau Hinterdorf, die Scharfen Hüpfer, die Zsamme-gwürfelde und die Richebacher Bäbberli boten viele interessante Hingucker. Die Schorle-wiiber, die Zuegloffene und Schierebaschtler waren ebenso wie die Schissgasskracher mit von der Partie, während sich die Gruppe der „Hoorigel“ fröhlich unters Narrenvolk mischte. Sie zeigten bunt und vielfältig, was die „Richebacher Fasent“ ausmacht, nahmen so allerlei Träume und Schäume der lieben Zeitgenossen aufs Korn. Wie stets von den „Waggili“ be-treut, fuhr zur Freude der Kinder das Bähnle als Schlusslicht des farbenprächtigen Umzugs.

Die Reichenbacher Hauptstraße und der Lindenplatz rund um den Nörgler hatten sich in eine große Feiermeile verwandelt. Hier gab es alles, was das Herz begehrte. Noch lange nach dem Umzug feierten die Besucher in und vor den verschiedenen Buden und Klausen, die den Umzugsweg säumten, sowie im Nörgler oder im Wachthiisli, in der Schatzi-Bar oder bei den Bänklihocker. Beim anschließenden fröhlichen Treiben in der Schergasse pressierte es den meisten nicht, so schnell den Heimweg anzutreten. Sie freuten sich alle, einen gelungenen Umzug miterlebt zu haben.