Die Eulenzunft will am Tag der Bundestagswahl nicht ganz auf Fasent verzichten. Statt des großen Umzugs gibt es einen Narrenhock am Bürgerhaus. Derweil wählen die Seelbacher in der Schulmensa.
„Unser Narrenherz blutet, was für eine Qual, kein Umzug wegen der Bundestagswahl.“ Der Schmerz über die Absage des großen Fasentumzugs am 23. Februar sitzt bei den Seelbacher Eulen immer noch tief. Doch unter diesem traurigen Vers verbreiten sie Zuversicht. Als Ersatzveranstaltung wird es am Wahlsonntag einen Narrenhock geben.
„Ganz ohne Fasent wollen wir nicht“, erklärt Oberzunftmeisterin Christiane Kupfer im Gespräch mit unserer Redaktion diesen Schritt. „Vor dem Bürgerhaus oder im Bürgerhaus, je nach Wetter, wollen wir einen kleinen Hock anbieten, wo sich die Zünfte treffen können.“ Für das leibliche Wohl werden man sorgen, auch zwei Musiker, die eigentlich beim Umzug für Stimmung hätten sorgen sollen, habe man für den Narrenhock gewinnen können, so Kupfer.
Befreundete Zünfte haben bereits zugesagt
„Wir freuen uns, dass es ein Narrendorf gibt“, blickt die oberste Eule voraus. Befreundete Zünfte etwa aus Reichenbach, Schuttertal oder Schuttern, die eigentlich zum Umzug gekommen wären, hätten bereits zugesagt, beim Hock vorbeizuschauen. Auch aus Sulz erwarten die Eulen einiger Narren. Denn die Schlossbühljäger und Ranzengarde teilen das Schicksal der Seelbacher: Auch sie hatten ihren Umzug für den Tag der Bundestagswahl geplant – und mussten ihn absagen.
In die Karten spielt der Eulenzunft nun, dass die Gemeinde das Wahllokal schon frühzeitig in die Mensa des Geroldsecker Bildungszentrums verlegt hat. „Wenn das Bürgerhaus das Wahllokal gewesen wäre, hätten wir auch unseren Zunftabend absagen müssen“, informiert Kupfer. So kann dieser aber am Vorabend, Samstag, 22. Februar, wie geplant ab 20.11 Uhr über die Bühne gehen. Der Gemeinde, das betont Kupfer ausdrücklich, sind die Eulen sehr dankbar für ihre Unterstützung. Die Verwaltung habe sich vor Weihnachten „richtig ins Zeug gelegt“, um den Umzug vielleicht doch noch auf die Beine zu stellen und habe nun bei der Organisation des Narrenhocks unterstützt.
Eulen hoffen auf Wähler als Gäste
Letztlich war eine parallele Organisation von Wahl und Narrenumzug unmöglich. Es musste gewährleistet werden, dass die Wähler das Wahllokal erreichen – die Gefahr einer Wahlanfechtung war zu groß, wie die Gemeinde im Dezember mitteilte. Für den Narrenhock hofft Kupfer nun auf positive Synergien mit der Wahl. „Vielleicht kommt ja der ein oder andere nach dem Gang ins Wahllokal bei uns vorbei“, lädt die Oberzunftmeisterin die Wähler ein.
Parallele zu Orschweier
Auch die Orschweierer Narrenzunft Hornig musste ihren für den 23. Februar geplanten Umzug absagen. Die Hornig setzen ebenfalls auf ein Narrendorf als Ersatzveranstaltung.