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Fantasy Filmfest in Stuttgart Eine Stubenfliege sinnt auf Rache

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Beim Fantasy Filmfest zu sehen: Ari Folmans „The Congress“. Foto: Verleih

Stuttgart - „Sie sind nicht normal!“, ruft der auf einen Folterstuhl gefesselte Kindsmörder verängstigt, als ihm der Vater des Opfers ­unmissverständlich klarmacht, dass er ihm genau das antun wird, was der Perversling seiner kleinen Tochter angetan hat – Finger um Finger, Zehennagel um Zehennagel.

„Big Bad Wolves“ heißt der Film, der das Publikum entscheiden lässt, wer hier normal ist. Das israelische Regiegespann Aharon Keshales und Navot Papushado hat ihn witzig und bedrückend zugleich inszeniert. Vor zwei Jahren haben die beiden mit der Slasher-Komödie „Rabies“ auf dem Fantasy Filmfest ihren blutigen Einstand gegeben, nun sind sie wieder dabei – mit einem von 65 Lang- und 8 Kurzfilmen, die von Mittwoch an im Metropol-Kino eine Woche lang für erhöhten Adrenalinausstoß sorgen.

Eröffnet wird Deutschlands größte Filmschau für Horror, Science-Fiction, Thriller und Fantasy mit Ari Folmans beunruhigender Zukunftsvision „The Congress“. Um die Manipulation von Gefühlen und Wahrnehmung durch die Auswüchse der digitalen Welt geht es da in einer grandiosen Mischung aus Real- und Animationsfilm.

Nicht alles ist todernst, dafür steht eine ganze Reihe rabenschwarzer, blutgetränkter Komödien. „100 Bloody Acres“, „Big Ass Spider!“ oder „Dirty Weekend“ sind Filme, in denen der Tod eine Hauptrolle spielt, die aber trotzdem zum Lachen animieren.

Tote Hauptfigur erlebt immer wieder denselben Tag

In genauso vielen Streifen geht es allerdings wirklich ans Eingemachte: Eine ­Mutter sieht rot und rächt ihren von Geistlichen missbrauchten Sohn („In The Name Of The Son“), sadistische Morde werden in bester Giallo-Manier mit 80er-Jahre-Retro-Look zelebriert („Tulpa“), Gangster ­verwandeln ein Krankenhaus in ein Schlachtfeld („Cold Blooded“), und im chinesischen Drogendschungel regieren­ Gewalt und Korruption („Drug War“, inszeniert von Action-Ikone Johnnie To).

Auch die ewige Frage, ob es tatsächlich paranormale Phänomene gibt, beantwortet das Fantasy Filmfest souverän: In „Haunter“ durchlebt die tote Hauptfigur, gespielt von „Little Miss Sunshine“ Abigail Breslin, immer wieder denselben Tag, in „House of Last Things“ bringt ein Haus seine drei Bewohner fast um den Verstand, und in „The Complex“ verbreitet gleich ein ganzer Wohnblock wohldosiertes Grauen.

Wem das alles noch zu bieder erscheint, kann sich noch skurrilere Beiträge ­anschauen wie „Makkhi“, einen amüsanten Bollywood-Film, in dem sich ein als Stubenfliege wiedergeborenes Mordopfer rächt. „Upstream Color“ wird gar als „transzendenter Exzess“ angekündigt.

Die meisten der beim Festival gezeigten Filme werden übrigens nur dieses eine Mal auf großer Leinwand und unzensiert zu erleben sein, weil sie keinen Verleih finden – zu Unrecht, wie Fantasy Filmfans wissen.

www.fantasyfilmfest.com
 
 
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