Schauspieler, Synchronsprecher und Hörspielheld Manou Lubowski war erstmals bei der Basel Fantasy und stellte sich den Fragen der Fans.
Im VIP-Bereich der Messehalle 2 sitzt er gemütlich mit einem Kollegen in einer Sitzecke. Die 56 Jahre gibt man Manou Lubowski nicht, wenn man ihn sieht. Der muskulöse Münchner ist zwar in den vergangenen Jahrzehnten in zahlreichen TV-Produktionen und Filmen zu sehen gewesen, doch bekannt ist er eher für seine Stimme.
Unter dem Radar
Seit 1981 gibt er dem ewigen Teenager Willi Sauerlich, bekannt als der übergewichtige Schüler Klößchen, im Hörspiel TKKG seine Stimme. Als Synchronsprecher hört man Lubowski in Serienklassikern wie der Anime-Fassung von „One Piece“ oder der Krimireihe „The Rookie“. Im Gespräch mit unserer Zeitung gesteht Lubowski, dass er als Kind häufig unter dem Radar der Mitschüler lief. „Erst als wir eine Freistellung benötigt haben, weil wir zur Frankfurter Buchmesse eingeladen wurden, weil wir die goldene Schallplatte bekamen, haben es einige Mitschüler mitbekommen.“
Regelmäßig auf Tour
Inzwischen geht die Truppe regelmäßig auf Tour und freut sich, bis zu drei Generationen vereinen zu dürfen, die sich TKKG anhören. „Die Reaktionen sind meeega cool“, erzählt er stolz. „Es ist mir erst viel später klargeworden, dass das zur Popkultur gehört. Davon träumt jeder: Jeder möchte mal bei Disney dabei sein und jeder hätte gerne so eine Identifikationsfigur.“
Beides ist Manou Lubowski gelungen, denn er sprach auch die Hauptrolle Lightning McQueen in zwei Cars-Filmen. Bei der Swiss Comic Con hört man vielfach den Dank der Fans.
Mehr als 200 Folgen
Mit weit mehr als 200 Folgen in derselben Rolle können nur wenige Sprecher gleichziehen. „Wenn sie uns erzählen, dass sie mit uns einschlafen – das ist total süß“, freut sich Lubowski und berichtet, wie bei den Treffen nach Liveshows die Menschen ihre ganz persönlichen Erlebnisse den Sprechern schildern.
„Den Klößchen spreche ich, bis ich tot umfalle“, verspricht er seinen Anhängern und hat auch keine Sorge, dass er von Künstlicher Intelligenz ersetzt wird.
Während im Synchronbereich die technischen Vorrausetzungen derzeit aufgrund der Datenmenge noch nicht erfüllt sind, seien diese Punkte im Hörspielbereich bisher vertraglich ausgeschlossen. So bleibt es dabei, dass die Kunst, die sich mit Stimmlage, Stimmhöhe, Timing und paraverbalen Nuancen zu einer persönlichen, menschlichen Leistung formt, noch länger nicht künstlich erschaffen werden kann.
Für die kommende Woche wartet auf Lubowski wieder das Berliner Synchronstudio, wo er in zwei Tagen zwei Folgen von „The Rookie“ einspricht. Jeweils rund 300 Takes, also Spracheinheiten, stehen dann an. Nach seiner Convention-Premiere in Basel ist er im September noch in Zürich. „Mal schauen, wie das wird“, gibt er sich trotz aller Konstanz offen für neue Abenteuer. Doch nun geht er erst einmal mit Kollegen zum Abendessen. Und hört dabei die Stimmen von Santiago Ziesmer (Spongebob) und Giuliana Jakobeit (Keira Knightley) – ein buntes Treffen, wie die ganze Fantasy Basel (siehe nächste Seite).