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Fanfest auf dem Wasen Den Torverlust sieht der VfB gelassen

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Die Fans stürmen den Rasen und holen sich ein Stück vom Fußballglück: Die Tore im Stadion müssen dran glauben. Foto: Markus Merz, Robin Rudel, Lg/Piechowski (2)

Stuttgart - Der Aufstieg ist geglückt, die Feier vorbei: Als die Letzten die offizielle Aufstiegsfeier im noblen Amici verließen, war der Himmel hell und die neue Woche über Stuttgart längst angebrochen. Die Feier war eines Bundesliga-Aufsteigers würdig, war zu vernehmen, mit allem, was dazugehört: einem delikaten Büfett, ordentlicher Tanz-Mucke und natürlich auch mit Bier. Max Herre war mit dabei, Fanta-4-Manager Bär Läsker, die VfB-Band „Fraktion“ und Teile der Handballmannschaft von Frisch Auf Göppingen. Die hatten ebenfalls Grund zu feiern, den Gewinn des EHF-Pokals nämlich, und schlossen sich später der Party befreundeter VfB-Kollegen an. Hoch im Kurs stand bei den 400 Gästen ein Foto mit dem Star des Abends: der Meister-Felge.

Große Ehre nach der großen Sause Die Spieler des VfB sind nach durchwachter Nacht am Montagnachmittag wieder fit genug, um im Rathaus einzulaufen. Beziehungsweise nach oben zu schweben und zwar im Paternoster. So was kannten die meisten nicht und da wurde dann doch der Spieltrieb wieder wach. Verletzt hat sich keiner, und so empfingen Oberbürgermeister Fritz Kuhn und 100 per Facebook ausgeloste Fans die Mannschaft. „Runter in die zweite Liga, aber dann mit Karacho wieder rauf, darauf ist Stuttgart stolz“, rief der OB der Mannschaft im Großen Sitzungssaal zu. VfB-Präsident Wolfgang Dietrich bedankte sich für die Unterstützung und stellte fest: „Der VfB hat gezeigt, welche Kraft er für die Stadt haben kann.“ Die Spieler zeigten danach Kondition beim Anstehen, um sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen und hinterher für die Selfie-Flut der Fans bereit zu stehen. Dabei war auch das Maskottchen Fritzle gefragt.

Apropos Krokodil In der Familie der Krokodile zählt man – ohne Fritzle – acht bis neun Gattungen, darunter ist auch die Familie der Kaimane. Solche leben auch in der Wilhelma. Zum Wiederaufstieg hat der zoologisch-botanische Garten dem Verein ein besonderes Geschenk gemacht: Die Kicker sind nun Paten eines ­Babykaimans. Das Maskottchen hat den kleinen Bruder schon besucht.

Torverlust Vier Tore geschossen, und doch nachher zwei Tore weniger auf dem Platz. Auch das ist ein Ergebnis des letzten Spieltages. Die Fans ließen sich nach dem Schlusspfiff nicht davon abhalten, auf den Rasen zu stürmen. Dort hatten sie dann alles in der Hand, was nicht niet- und nagelfest war. Die Tore wurden regelrecht zerlegt. Vorsichtige Zeitgenossen blieben in dieser Zeit nach dem Spiel lieber auf den Rängen: „Das sah ganz schön gefährlich aus, wie die mit den scharfkantigen Alu­stangen hantierten“, sagte ein Familienvater. Wer als Fan was auf sich hält, stellte im Laufe des Abends ein Foto von einem Stück Fußballrasen im Internet zur Schau. Der VfB reagierte gelassen: „Das ist nichts, was man im Rahmen der Rasenpflege nicht beheben könnte“, sagt der VfB-Pressesprecher Tobias Herwerth. Auch in Sachen Tor-Abbau zeigte sich der Verein großzügig: „Vandalismus war das nicht, da haben sich ein paar Leute ein Souvenir mitgenommen“, sagt Herwerth. Was der ganze Spaß kosten wird – von nun notwendiger Rasenpflege über den Torersatz bis hin zum Fest mit Fantas und Aufräumarbeiten – darüber schweigt man: „Es ist ein großes Geschenk an die Fans, wir machen dazu keine Angaben“, sagt der Sprecher. Der städtische Eigenbetrieb Abfallwirtschaft (AWS) verspricht für Dienstag eine Bilanz, wie viele Plastikbecher und anderer Unrat auf dem Wasen zurückblieben. Man habe auf „umweltverträgliche“ Einwegbecher gesetzt.

  

Weil die Fans vom Platz drängen, werden die Fluchtwege geöffnet

Sicherer Heimweg Wie man mit einem Stück Torlatte in die S-Bahn kam, bleibt ein Geheimnis. Alle anderen traten ohne schweres Gepäck den Heimweg an. Die Polizei und das Amt für öffentliche Ordnung verständigten sich mit den Sicherheitskräften des Vereins darauf, die als Fluchtwege gedachten Ausgänge am Kopfende des Festgeländes zu öffnen, um den Weg durch die Elwertstraße und die Kegelenstraße zum Bahnhof Bad Cannstatt freizugeben. „Die Menge hat gedrückt, deswegen haben wir sicherheitshalber aufgemacht“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann. In der Unterführung unter der Mercedesstraße staute sich der Pulk.

Polizei ist zufrieden Insgesamt hat die Polizei ein ruhiges Fest erlebt. Laut dem Einsatzleiter Thomas Engelhardt wurden bisher rund 25 Strafanzeigen aufgenommen. Darunter seien Körperverletzungen und das Zünden nicht erlaubter Pyrotechnik gewesen. Eine 51-jährige Besucherin des Festes wurde am Hals verletzt, weil jemand einen Becherhalter aus Pappe über den Platz geworfen hatte – Anzeige erstattete sie keine.

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