Bei bestem Flugwetter trafen die "Knatterbienchen", hergeleitet aus dem Geräusch des Einzylindermotors und Ape – im Italienischen Biene – am vergangenen Wochenende in der Weiherstraße in Bergfelden ein.
Sulz-Bergfelden - Schon zum 14. Mal hatte Helga Klingele, Ape-Fan aus Bergfelden, ihre Gleichgesinnten neben das Baumfeld ihres Hauses eingeladen. Und sie kamen wie immer recht zahlreich. In diesem Jahr waren es 19 Ape aller Formen und Farben, die auf der Wiese campten. Aus dem ganzen Südwesten und sogar aus der Schweiz waren sie jetzt wieder angereist. Eine achtstündige und damit die längste Anreise hatte wieder "der weiße Bremsklotz", wie er liebevoll betitelt wird, eine Ape aus dem Saarland.
Fahrzeug genießt absoluten Kultstatus
Als der erste Piaggio Ape 1947 in Italien vom Band lief, hätte keiner gedacht, dass dieses außergewöhnliche Fahrzeug, neben Pizza, Pasta, Eis und Vino, einmal Kultstatus in Deutschland erringen würde. Den Ursprung der Ape-Treffen definiert Helga Klingele auf das Frühjahr 2008.
Nach einer Odyssee an Zulassungsversuchen ihres eigenen Ape hatte es dann endlich geklappt und zur Feier des Tages gab es Saitenwürste mit Kartoffelsalat. Zunächst als Garagenfest sind die heutigen treffen fester Bestandteil der Jahresplanung der Ape-Fahrer und das mit steigender Beliebtheit, eingeladen wird übers Internet.
"Jedes Jahr sind neue Gesichter dabei" freute sich Klingele. Beim Treffen über das letzte Wochenende gab es natürlich wieder viele Anekdoten zu hören. Eine besonders lustige Gruppe sind die "Rasenden Rentner" mit Reiner Dudek, der die badischen Farben vertritt, Bruno Köb mit seinem "Bonsai-Truck" und Adolf Fuss. Einmal fuhren die Rentner, wie sie selber erzählten, durch einen sieben Kilometer langen einspurigen Tunnel bergauf und hatten dann eine dementsprechende lange Fahrzeugschlange hinter sich. Gleich nach dem Tunnel fuhren die Ape’ler rechts ran und ließen die Fahrzeuge vorbei.
Mit dem Bremsklotzins Casino
"Jetzt lerne ich endlich meine Bremsklötze kennen" entfuhr es einem Fahrzeuglenker. Einmal waren die drei Rentner in Monte Carlo und schlossen sich kurzerhand einer Stretchlimousine, die das Casino als Ziel hatte, an. "Sogar der Polizist blinzelte als er den Weg zum Spielcasino für uns freigab", sagt Adolf Fuss. Nach dem Ausparken der Limousine schlossen die drei die Parklücke mit ihren drei Ape. "Da liefen die Fotoapparate heiß" schmunzelte Reiner Dudeck. Weiter erzählten die drei Begeistert"von einer Tour mit ihren elf PS starken Ape, wo sie 1800 Kilometer in zwölf Tagen bewältigt hatten.
Von Klosters in der Schweiz ging es per Autozug nach Valposchiavo am Berninapass, weiter zum Lago di Iseo, zum Gardasee und Kalterer See. Zurück führte die Tour über den Reschenpass und den Arlberg. Alle vier Wochen treffen sich die drei zu einer Ausfahrt.
Am Samstagmorgen gab es dann wieder die obligatorische Ausfahrt. Angeführt von Helga Klingele ging es auf eine Rundfahrt durchs Mühlbachtal. Einen Abstecher zum Römerkeller auf Kastell, wo Paul T. Müller allerhand Wissenswertes erzählte, stand ebenfalls auf dem Programm. Zu schnell ging das Wochenende bei bestem Wetter vorbei, wie Organisatorin Helga Klingele wehmütig feststellte. Doch "nach dem Treffen ist vor dem Treffen", und so wollen alle im nächsten Jahr wiederkommen.