Der bisherige und nicht mehr genutzte Anbau an der Grundschule wird abgebrochen und durch einen zweigeschossigen multifunktionalen Neubau ersetzt. Foto: Jeanette Tröger

Der Gemeinderat Althengstett hat bei einer Gegenstimme den Baubeschluss für den Ersatzneubau des Familienzentrums an der Grundschule gefasst.

Grundlage war eine nochmals überarbeiteten Planung. Im November 2025 soll das Bestandsgebäudes abgerissen werden, der Zeitplan sieht die Fertigstellung des Neubaus fürs erste Quartal 2027 vor.

 

Keine grundlegenden Veränderungen

Projektleiter Nico Dürr vom Architekturbüro Hauser aus Altensteig ging in der Sitzung die Entwurfsplanung zum Neubau Familienzentrum an der Grundschule ein und stellte die aktuelle Kostenberechnung Stand Juli 2025 vor.

Für das Projekt war Anfang 2021 eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Gemeinderats und Beteiligten aus der Verwaltung gebildet worden, die eng mit dem Büro zusammenarbeitet. „Das Haus hat sich gegenüber dem Vorentwurf nicht grundlegend geändert“, sagte Dürr, „wir versuchen kostengünstig zu planen durch multifunktionale wechselseitige Nutzungen.“

Größere und bodentiefe Fenster

Der ursprünglich nicht eingeplante Werkraum im Untergeschoss wurde noch mal umgelegt von Norden nach Süden, nannte Dürr eine Anpassung. Auch die Ansichten wurden überarbeitet. Es sind größere Fenster und bodentiefe Fenster eingeplant, um ein Gleichgewicht zwischen großen und kleinen Fenstern zu erreichen. Dürr nannte Möglichkeiten für die Fassaden- und Fensterfarben. Der Aufzug über alle Geschosse schafft Barrierefreiheit auch für die Bestandsschule, die mit dem Neubau verbunden bleibt.

400 000 Euro unter den Schätzungen

Erfreulich ist die aktuelle Kostenberechnung: Sie liegt mit 4,247 Millionen Euro um gut 400 000 Euro unter der Schätzung von 4,66 Millionen Euro aus dem Mai 2025. Zu Beginn der Planung im August 2024 ging das Büro von 4,36 Millionen Euro aus, und das ohne den Werkraum, so Dürr. „Wenn wir zügig planen und ausschreiben, geht es vielleicht noch ein bisschen weiter runter“, wies er auf die derzeit günstige Lage bei den Baupreisen hin.

Abriss im November vorgesehen

Der Zeitplan sieht den Abriss des Bestandsgebäudes im November 2025 vor. Der Rohbau wird nach dem Zeitplan bis Mitte des Jahres 2026 stehen, dann geht es an den Innenausbau und die Außenanlagen. Bezogen und genutzt werden kann der Neubau dann voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027.

„Die Arbeitsgruppe hat ihren Zweck erfüllt. Die eingearbeiteten Kompromisse können wir mittragen, damit können wir ins Rennen gehen und können uns sehen lassen“, so das Resümee von Bürgermeister Rüdiger Klahm zur vorgelegten Planung, mit der nun der Bauantrag eingereicht wird.

Stimmen aus dem Gemeinderat

Warum mit Ytong gebaut wird und nicht mit Ziegel, was klimatisch besser wäre, wollte Markus Schwarz vom Architekten wissen. „Ytong ist immer noch das Günstigste“, so Dürr. Bei Übereck-Fenstern wären Eckstützen statisch günstiger, merkte Schwarz weiter an, laut Plan sei darauf verzichtet worden. Dürr „nimmt das mit“ und fragt nach.

Günstigere Materialien im Einsatz

Wie die Kostenreduzierung um 400 000 Euro zustande gekommen ist, wollte Lothar Kante wissen. Einerseits sei es die Marktlage, so Dürr, und „wir setzen auch günstige Materialien ein, zum Beispiel Ytong oder Glasfasertapeten und viel Linoleum bei den Fußböden.“ Könnte man „die Aufzüge als extra Maßnahme zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der Bestandsschule ausweisen, die gesondert gefördert werden kann?“, war eine weitere Frage Kantes. „Wir sind verpflichtet, keine weiteren Fördertöpfe anzuzapfen“, war die Antwort von Bauamtsleiter Rainer Bubser.

Großer Mehrwert mit dem Untergeschoss

Die Möglichkeit, den Neubau irgendwann aufstocken zu können, wollte sich Philipp Jourdan offenhalten, „weil ich der Meinung bin, dass wir die Grundschule irgendwann werden aufstocken müssen“. Das wäre dann ein anderes Gebäude, machte Dürr klar, „und die Eventualität kostet heute Geld, ob sie je gebraucht wird oder nicht“. Er sprach noch mal die Kostenminderung an, die erreicht wurde. „Wir verdienen jetzt weniger daran“, machte er auch klar, „aber Sie haben jetzt einen großen Mehrwert, auch mit dem Untergeschoss.“