Der alte und neue Vorstand mit den Grußwordrednern und weiteren Festteilnehmern: (vorne von links) der verabschiedete Vorstand mit Elisabeth Eiermann, Marianne Reißing, Elisabeth Gebele. Dahinter von links: die Neu-Vorstände Benjamin Erdrich, Sara Stolzenberg, Oberbürgermeister Adrian Sonder, Landrat Andreas Junt, Gesine Junghanns und Geschäftsführerin Kathrin Kimmerle Foto: Monika Schwarz

Im Rahmen einer großen Feier aus Anlass des 35-jährigen Bestehens des Familien-Zentrums-Freudenstadt wurde auch der Stabswechsel an der Spitze vollzogen.

Oberbürgermeister Adrian Sonder und Landrat Andreas Junt, aber auch Weggefährten, Kooperationspartner, Netzwerkpartner, Gründungsmitglieder und Vertreter der Kirchen sowie weiterer Institutionen wurden von Moderatorin Nina Blust, ehemalige Vorständin des Familienzentrums, zur Feier des 35-jährigen Bestehens des Familien-Zentrums-Freudenstadt (FZF) im Großen Kursaal begrüßt. Die Anwesenheit der vielen Gäste zeugte von der Verbundenheit zur Einrichtung und zu denjenigen, die sie zu dem gemacht haben, was sie ist.

 

Ernennung zum Mehrgenerationenhaus

Ernennung zum Mehrgenerationenhaus Blust erwähnte auch die vor 21 Jahren gegründete Stiftung und die Ernennung des Familienzentrums zum Mehrgenerationenhaus vor 19 Jahren durch die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU). Sie hatte aus Anlass der jetzigen Feierlichkeiten eine Video-Grußbotschaft übermittelt und darin Gründerin Marianne Reißing und dem Team für das „unfassbare ehrenamtliche Engagement“ gedankt.

Zunächst bedankte sich Blust aber „bei all denjenigen, die sich das ausdrücklich verbeten haben“. Gemeint waren die scheidenden und neuen Vorstände, die Geschäftsführung, das Finanzteam und die Mitarbeiter. Ihr Engagement habe die Entwicklung des FZF in den vergangenen 35 Jahren ermöglicht.

FZF ist offen für alle Menschen

FZF ist offen für alle Menschen Geschäftsführerin Katharina Kimmerle (seit September 2025) beschrieb das FZF als Begegnungsraum und Bildungsort, der allen Menschen offen stehe: „Uns geht es um gegenseitige Hilfe und solidarisches Miteinander in der Gesellschaft.“ Die mehr als 60 Angebote im Haus erstreckten sich über die Bereiche Beratung, Bildung, Integration, Inklusion und bürgerschaftliches Engagement. Als sorgende Gemeinschaft begegne man damit dem geografischen Wandel und ersetze gewissermaßen die traditionelle Großfamilie und tragende nachbarschaftliche Netzwerke, die es früher viel häufiger gegeben habe. Die Arbeit im Familienzentrum gebe aber auch sehr viel zurück.

Sehnsucht nach einem Begegnungsort

Sehnsucht nach einem Begegnungsort Gesine Junghanns (Vorstand seit 2007) blickte auf die Anfänge im Jahr 1989, als eine Elterninitiative quasi den Grundstein gelegt hatte, und die Vereinsgründung 1991 zurück. Zunächst ohne eigene Räumlichkeiten, „aber mit der Sehnsucht nach einem gemeinsamen Begegnungsort“. Der wurde in der Reichstraße 16 schließlich gefunden und im Jahr 2010 vom Verein auch gekauft. Mittlerweile tobe dort das Leben auf allen vier Etagen.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Gesellschaftlicher Zusammenhalt Gründerin Marianne Reißing (Vorstand 1993 bis 2025), mit der eine Ära im Familienzentrum zu Ende geht, erinnerte an die Idee der menschenfreundlichen Kultur des Miteinanders, an die Visionen, die Aufbauarbeit und den auch jahrelangen politischen Kampf gegen bestehende Vorurteile.

Inzwischen habe sich längst die Erkenntnis breit gemacht, dass sozialräumliches Wohlfühlen ein entscheidender Faktor für den Frieden vor Ort und den fragil gewordenen gesellschaftlichen Zusammenhalt darstelle. Vieles habe man in 35 Jahren in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Kommune und Landkreis, aber auch mit Bund und Land vorangebracht.

Reißing, die für dieses Engagement 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde, verglich die Einrichtung mit einem „Dorfbrunnen der Moderne“. Sie selbst stehe dabei nur stellvertretend für die Tatkraft vieler Menschen.

Familie generationenübergreifend gelebt

Familie generationenübergreifend gelebt Oberbürgermeister Sonder sprach von einem wichtigen Tag für Freudenstadt. Das FZF erreiche wöchentlich rund 240 Familien. Er verneige sich vor dem Engagement all derjenigen, die das FZF in den vergangenen Jahrzehnten mit Wärme und Verantwortung geführt haben. In der Einrichtung werde Familie generationenübergreifend nicht nur gedacht, sondern gelebt.

Menschen eine Chance geben

Menschen eine Chance geben Landrat Andreas Junt betonte, dass die im FZF geleistete Arbeit Leben verändere und Menschen eine Chance gebe. „Sie alle haben ein Löwenherz und ich sage Ihnen zu: Wir kämpfen mit Ihnen“, versprach er.

Wechsel und Programm

Der Stabswechsel
Ein Höhepunkt der Feier war die Übergabe des Führungsstabes – eine Weinrebe – von Marianne Reißing (1993 bis 2025), Elisabeth Gebele (1999 bis 2025) und Elisabeth Eiermann (2003 bis 2025) an ihre Nachfolger Sara Stolzenberg, Benjamin Erdrich sowie Geschäftsführerin Katharina Kimmerle. Gesine Junghanns bleibt dem Vorstand weiterhin erhalten. Die ökumenische Segnung des alten und neuen Vorstands übernahmen Pfarrerin Lisbeth Sinner und Dekan Anton Bock.

Das Rahmenprogramm
Für die musikalische Umrahmung sorgten Elisabeth Eiermann (Gesang), Raisa Krej (Chor Neues Leben), Elisabeth Reim (Akkordeon), Lusine Barsehian (Querflöte), Eva Maria Dölker (Querflöte) und Walter Hirt (Flügel). Ein Film von den Bundesfreiwilligendienstlerinnen Lisa Braidt und Samira Schmid über das FZF wurde gezeigt. Andreas Kruse, emeritierter Direktor am Institut für Gerontologie und Seniorprofessor an der Heidelberger Universität, hielt einen Festvortrag.