Ralf Eppler vor seinem Amtsgebäude. Er berichtet im Gespräch, was aktuell alles auf der Agenda steht. Foto: Eyckeler

Seit 2024 leitet Ralf Eppler das Balinger Amt. Die Ganztagsbetreuung bindet aktuell viele Kräfte. Was noch alles in den Aufgabenbereich der Behörde fällt.

Ralf Eppler steht an der Spitze des Balinger Amts für Familie, Bildung und Vereine. Drei große Begriffe, die nur eine grobe Vorstellung zulassen von den weitreichenden Aufgaben, die vom gesamten Team tagtäglich bearbeitet werden. Der Amtsleiter aus Streichen bringt etwas Licht ins Dunkel und berichtet, was aktuell die größte Herausforderung ist.​

 

Das Amt für Familie, Bildung und Vereine ist untergliedert in drei Abteilungen: Bildung und Vereine, Soziales sowie Kultureinrichtungen und ÖPNV. „Wenn wir alle Sparten berücksichtigen, besteht unser Team aus mehr als 300 Mitarbeitern“, sagt Eppler im Gespräch mit unserer Redaktion.

Beratung rund um die Pflege

Das mag auf den ersten Blick nach enorm viel Personal aussehen. Bei genauerem Blick wird jedoch schnell klar, warum das Team so groß ist. Mit eingerechnet sind zum Beispiel die rund 130 Kräfte, die in den städtischen Kitas arbeiten – Erzieherinnen, Sprachförderkräfte und weitere Mitarbeiter. Die Betreuungskräfte an Schulen im Kinder- und Jugendbüro machen ebenfalls einen größeren Anteil aus.

Zudem beschäftigt sich Epplers Amt unter anderem mit den kulturellen Einrichtungen wie der Zehntscheuer und dem Waagenmuseum, der Integrationsarbeit, Vereinsförderung sowie der Beratung rund um die Pflege.

Viel zu tun in den Abteilungen

Letztere findet im Vergleich zu anderen Themen womöglich nicht so oft Beachtung und ist dem ein oder anderen Bürger gar nicht bewusst. Deshalb ruft Eppler in Erinnerung: „Der Pflegestützpunkt im Generationenhaus bietet eine umfassende Beratung zu allen Aspekten dieses wichtigen Themas.“ Welche Pflegeangebote gibt es? Ab wann sollte man sich damit beschäftigen? Was gilt es bei der Patientenverfügung zu beachten? Antworten auf all diese Fragen können die beiden Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunktes liefern.

Zu tun gibt es in allen Abteilungen mehr als genug. Eine zentrale Herausforderung, mit der sich Eppler und seine Kollegen aktuell auseinandersetzen müssen, ist die Organisation der kommenden Ganztagsbetreuung für Grundschüler.

Ab dem Schuljahr 2026/2027, so hat es der Bund beschlossen, wird stufenweise ein Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Grundschulkinder eingeführt, beginnend mit Klasse 1. Ab 2029/30 haben dann alle Kinder der Klassen 1 bis 4 einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung.

Organisatorischer Aufwand

Für Eppler und sein Team bedeutet das einen großen organisatorischen Aufwand: Angebote müssen geschaffen-, Personal gefunden werden. Die Stadt Balingen sei hier auf einem guten Weg. Eppler: „Ich bin mir sicher, dass wir für die Klassenstufe 1 bis zum neuen Schuljahr den Rechtsanspruch erfüllen können.“

Ein wenig mehr Planungssicherheit hätte er sich aber gewünscht. So hat die Kommune die Rahmenbedingungen vom Land nur häppchenweise erhalten. Einige Fragen rund um die Förderung sind noch nicht zu 100 Prozent geklärt. Der Amtsleiter betont aber auch: „Wenn wir eine pädagogisch gute Ganztagsbetreuung auf die Beine stellen, schaffen wir einen Mehrwert für Eltern und Kinder.“

Wie viele Eltern im Herbst das Angebot für ihre Kinder in Anspruch nehmen, erfährt die Verwaltung Ende März. Bisher konnte die Stadt Balingen schon entscheidende Weichen stellen. So erfüllt die Längenfeldschule seit Kurzem alle rechtlichen Voraussetzungen und ist nun als Ganztagesgrundschule anerkannt. Der Schulverbund Frommern sowie die Sichelschule sollen noch folgen. Auch in den Ferien gilt der Rechtsanspruch auf Betreuung künftig. „Hier läuft der Austausch mit dem Kinder- und Jugendbüro. Da sehen wir uns sehr gut aufgestellt“, meint Eppler.

Wiederbelebung der Zehntscheuer

Allgemein ist der Amtsleiter sehr zufrieden, wie sich die Jugendbetreuung in Balingen entwickelt. Jahrelang hatte die Stadt Probleme, Stellen zu besetzen, was häufig zu Schließungen von Jugendhäusern führte. Eppler blickt optimistisch nach vorne: Zwar sei das Jugendhaus in Endingen aktuell noch geschlossen, aber das sollte sich bald ändern. Die weiteren Jugendhäuser in Balingen, Engstlatt und Frommern haben geöffnet und erfreuen sich laut Verwaltung großer Beliebtheit.

In den kommenden Jahren möchte der Amtsleiter weiter an der bereits voranschreitenden Wiederbelebung der Zehntscheuer arbeiten. Verschiedene Ausstellungen werden bereits gut angenommen, darüber hinaus soll der Standort noch mehr als Veranstaltungs- und Besprechungslokalität genutzt werden.

Weitere Events wie das Landesfinale des Nachwuchswettbewerbs Jugend forscht junior am 8. Mai in der Volksbankmesse sollen dazu beitragen, dass alle Generationen in Balingen gefördert werden und Beachtung finden.