Ein falscher Spendensammler will auf Kosten des Bisinger Bürgervereins Geld machen. Foto: Thissen

Im Namen des Vereins „Bürger helfen Bürgern“ ist offenbar eine Person unterwegs, die vorgeblich Geld für das neue Fleckahopser-Auto sammeln will. Davon distanziert sich Verein.

Ein Betrüger ist offenbar in Bisingen unterwegs: Er soll zum Haus einer älteren Frau gegangen sein, habe dort geklingelt, doch die Bewohnerin soll aus Vorsicht nur das Fenster geöffnet haben. Der Mann behauptete, dass er vom Bürgerverein beauftragt worden sei, Spenden für das neue Fleckahopser-Auto zu sammeln. So geschehen in einem Fall vom Samstag, 13. Dezember. Darüber berichtet Heide Pick, Vorsitzende des Bürgervereins, unserer Redaktion.

 

Der Verein hat niemanden beauftragt und schickt auch keine Mitglieder von Tür zu Tür, um Geld oder persönliche Daten zu sammeln. Auch Anrufe mit dem gleichen Zweck gehören nicht zu den Aktivitäten des Vereins. Heide Pick rät, insbesondere in der Vorweihnachtszeit wachsam zu bleiben. Das tat die vom Betrüger angesprochene ältere Frau: Sie war stutzig geworden und spendete nichts. Das missliche Vorkommnis wurde der Polizei gemeldet.

Wer von Unbekannten dennoch auf Spenden an den Verein, etwa für den Fleckahopser, angesprochen wird, sollte sich ebenfalls direkt an die Polizei wenden. Dazuhin kann man auch Erkundigungen bei der Vereinsvorsitzenden Heide Pick unter der Telefonnummer 0170/ 7 97 77 71 einholen.

Wer die Arbeit des Vereins „Bürger helfen Bürgern“ wirklich unterstützen will, kann den Mitgliedsbeitrag ausfüllen. Auch passive Mitglieder sind jederzeit willkommen.

„Zeigen Sie ein gesundes Misstrauen“

Derweil sind Fälle des Trickbetrugs keines Seltenheit. Wer sich beim Polizeipräsidium Reutlingen erkundigt, erhält Informationen über etliche Fälle von Schockanrufen, Telefonbetrug, falschen Mitarbeitern großer Unternehmen und von falschen Spendensammlern.

So berichtete die Polizei Ende November von einem Fall aus Haigerloch: Ein angeblicher Mitarbeiter des Softwareunternehmens Microsoft tischte dem Geschädigten die Mär auf, dessen Rechner wäre mit Viren befallen. Der Mann schenkte den Ausführungen Glauben und erlaubte dem Betrüger per Fernzugriffsprogramm auf seinen Rechner zuzugreifen. Dieser tätigte in der Folge drei Sofortüberweisung in Höhe von mehreren hundert Euro, woraufhin der Betrug aufflog.

Im Mai ist ein Fall aus Tübingen bekannt geworden, bei dem falsche Mitarbeiter der Telekom an der Tür klingelten, um angeblich den Hausanschluss zu prüfen. „Die arglose Wohnungsinhaberin zeigte daraufhin einem der beiden Männer im Keller die technischen Anschlüsse, während der andere alleine in der Wohnung verblieb und dort aus dem Geldbeutel der Seniorin mehrere hundert Euro stahl“, berichtete die Polizei.

Oftmals „schauspielerisch begabte Kriminelle“

Die Polizei rät: „Zeigen Sie ein gesundes Misstrauen gegenüber Personen, die Sie nicht kennen. Bei Unsicherheit oder Zweifel an der Legitimation von Personen, kontaktieren Sie erst Familienangehörige, Freunde oder rufen bei der Polizei an.“ Wer angesprochen wird, sollte vorsichtig bleiben und nicht leichtgläubig handeln: Die Polizei spricht von „oftmals schauspielerisch begabten Kriminellen“. Betrüger bieten ihren Opfern Haustürgeschäfte an, die handwerkliche Dienstleistungen, den Abschluss eines Abonnements oder eine Spende umfassen können, heißt es von der Polizei weiter.

Späterer Zeitpunkt

Polizei rät
„Seien Sie vorsichtig bei Fremden: Lassen Sie Fremde nur in die Wohnung, wenn Sie sich sicher sind, um wen und welches Anliegen es sich handelt (Firmenausweis, Ausweis oder Gewerbeschein zeigen lassen, Rückruf beim Auftraggeber/Unternehmen etc.). Im Zweifel bestellen Sie diese unbekannte Person zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.“ Infos unter www.polizei-beratung.de