Familienhäuser, Autohandlungen, Hotels: Die Einbruchszahlen im Präsidiumsbereich der Polizei Offenburg nehmen zu. Allein im Januar kam es zu 92 Delikten, die meisten davon in der Ortenau. Doch nicht nur die Fallzahl, auch die Aufklärungsquote steigt.
Die Terrassentür ist aufgebrochen, Schubladen wurden durchwühlt und von persönlichen Wertsachen fehlt jede Spur: Szenarien wie diese, die man eigentlich nur aus Kriminalfilmen kennt, wurde in den vergangenen Monaten für viele Ortenauer Realität. Allein im Januar diesen Jahres kam es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg zu insgesamt 92 Einbruchsdelikten – die meisten davon in der Stadt Lahr.
Ein Hoch erreichten die Fallzahlen im Jahr 2016. Zu rund 900 Einbrüchen kam es damals im Präsidiumsbereich. Durch die Pandemie sank die Zahl um zwei Drittel. „Nun verzeichnen wir wieder einen deutlichen Anstieg“, erklärt Karin Stürzel, Leiterin der polizeilichen Pressestelle Offenburg, im Gespräch mit unserer Redaktion. Ein Blick in die Statistik zeigt: Während es in den Jahren 2021 und 2022 jeweils rund 300 Einbrüchen gab, kletterte die Zahl im Jahr 2023 auf 441. Zu wie vielen Delikten es im vergangenen Jahr kam, könne Stürzel nicht sagen. „Die Zahl ist tendenziell leicht gestiegen“, schätzt sie.
Die Einbrecher schlagen häufig zwischen 16 und 21 Uhr zu
Neben Baden-Baden und Gaggenau treiben die Verbrecher häufig in den Städten Lahr und Offenburg ihr Unwesen. In welche Häuser sie schlussendlich einsteigen, ist laut Stürzel unterschiedlich. „Von Ein- bis Mehrfamilienhäuser ist alles dabei. Auch Hotels oder Autohäuser werden häufig zu Tatobjekten“, erklärt sie. Auch das Vorgehen der Täter sei immer unterschiedlich. Während einige die Gegend Tage zuvor auskundschaften und sich gezielt auf den Einbruch vorbereiten, würden andere eher im Affekt zuschlagen. „Sie hebeln die Terrassentür auf oder schlagen auch Fenster ein. Manche Einbrecher nutzen sogar Leitern, um in Häuser zu gelangen“, weiß die Pressesprecherin. Ebenso unterschiedlich seien die Tatzeitpunkte. „Von den Wochentagen sind alle gleichermaßen betroffen.“ Lediglich bei der Uhrzeit lasse sich ein Muster ausmachen. „Viele brechen zwischen 16 und 21 Uhr ein – in der geschützten Dunkelheit“, so Stürzel weiter.
Ob die Täter alleine oder in Gruppen agieren, ist laut der Polizeisprecherin „mal so, mal so“. Sicher ist jedoch: viele der Diebe haben wohl mehr auf dem Kerbholz. Zumindest diejenigen, die von Beamten erwischt wurden. „Bei einem Hotel-Einbrecher konnten wir etwa die Verbindung zu zwei Delikten in Erfurt herstellen“, so Stürzel. Generell sei die Ermittlungsarbeit der Polizei sehr erfolgreich. „ Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Aufklärungsquote verdoppelt“, betont sie.
Aufmerksame Anwohner tragen zur Aufklärung bei
Zu verdanken sei das vor allem aufmerksamen Anwohnern, die immer wieder zur Aufklärung der Taten beitragen würden. „Man muss immer wachsam sein. Bürger, die eine auffällige Person oder ein verdächtiges Fahrzeug sehen, sollen lieber einmal mehr bei der Polizei anrufen als einmal zu wenig“, rät Stürzel.
Dass sich der Trend fortsetzt und die Fallzahlen weiter steigen, lasse sich nicht ausschließen. Doch die Leiterin ist sich sicher: „Das Thema hat bei uns größte Priorität. Ein Wohnungseinbruch ist ein belastender Eingriff in die Privatsphäre der Bürger. Wir setzen alles daran, die Täter dingfest zu machen.“
Info – Tipps, um sich gegen Einbrecher zu schützen
Folgende Tipps sind laut Polizeipräsidium Offenburg die „zehn goldenen Regeln für ein sicheres Zuhause“: Die Haustür auch tagsüber geschlossen halten.Auf fremde Personen auf dem Grundstück achten.Die Haustür immer zweimal abschließen.Der Wohnungsschlüssel sollte niemals außerhalb der Wohnung aufbewahrt werden.Balkontüren und Fenster auch bei kurzer Abwesenheit schließen.Bei längerer Abwesenheit den Briefkasten leeren lassen.Kontaktdaten mit Nachbarn austauschen.Senioren anbieten, sie anzurufen, wenn Fremde in deren Haus möchten.Niemals versuchen, Einbrecher festzuhalten.Fremde nicht ins Haus lassen.