Sobald die Gastronomie wieder öffnen darf, dürfen Gäste in Albstadt abends länger draußen sitzen. (Symbolfoto) Foto: Dietze

Die Frage mag dem einen oder anderen augenblicklich etwas abseitig erscheinen, aber das könnte sich – Optimismus ist erlaubt – ändern. Sie lautet: Sollen Albstadts Gastronomen in diesem Sommer bis Mitternacht im Freien bewirten dürfen?

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Albstadt - Die Antwort des Albstädter Gemeinderats fiel am Donnerstagabend einstimmig aus: Sie sollen und dürfen. Drei Jahre zuvor, im Juni 2018, hatte das Gremium noch 23 Uhr als Sperrstunde festgelegt – ein Kompromiss zwischen den Wünschen derjenigen Anwohner, die früh zu Bett gehen, und den Gastronomen, die in warmen Sommernächten möglichst lange fröhliche Zecher bewirten wollen. Doch über diesen Kompromiss ist die Zeit – und vor allem: Corona – hinweggegangen. Jetzt stehen die Dinge anders.

Und zwar so: Nach über einem Jahr eingeschränkter oder ruhender Geschäftstätigkeit steht vielen der Wirte das Wasser bis zum Hals – oder noch höher. Deshalb wünschen sie sich nun als – bestenfalls partielle – Kompensation der Verluste eine Verlängerung der abendlichen Bewirtungszeit für die attraktive Zone vor der Eingangstür: Im kommenden Sommer, so lautete die Anregung aus dem Gemeinderat, die Ende März an die Stadt herangetragen worden war, solle Betrieb bis Mitternacht möglich sein.

Die Stadt prüfte den Vorschlag, schlug ihrerseits als Kompromiss die Sperrstunde 24 Uhr an drei Wochentagen, nämlich Donnerstag, Freitag und Samstag vor, und packte dann auf Anregung aus dem Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats noch drei Tage drauf, nämlich die Vorabende von Christi Himmelfahrt und Fronleichnam – die Feiertage sind Donnerstage – sowie den Pfingstsonntag, dem bekanntlich ein weiterer Feiertag folgt.

Das war das Angebot, das am gestrigen Donnerstag zur Debatte stand. Diskutiert werden musste allerdings nicht viel; man war sich einig und setzte sogar noch einen drauf: Angesichts der derzeitigen Infektionslage, so Roland Tralmer, sei der 12. Mai, der Vorabend des Himmelfahrtstags, für die Gastronomie ein Muster ohne Wert – so bald werde sich die Lage nicht entspannen.

Tralmer: Im Oktober ist’s draußen abends auch noch schön

Der CDU-Fraktionschef schlug deshalb vor, die Phase der verlängerten abendlichen Öffnung nicht schon Mitte September, sondern erst am 16. Oktober zu beenden. Damit rannte er offene Türen ein: Martin Braun (WSA) spendete erst Beifall und plädierte dann für zusätzliche Kulanz an den Weihnachtsmarkttagen, Lara Herter von der SPD schlug vor, es nicht bei 2021 zu belassen, sondern, auch im Interesse von mehr "Street Life", 2022 weiterzumachen. Durchaus denkbar, erwiderte Oberbürgermeister Klaus Konzelmann; die Stadt verstehe das Projekt als Testlauf. Die Zustimmung zum diesem nun bis zum 16. Oktober verlängerten Testlauf fiel einstimmig aus.

Wie die Stadt weiter mitteilte, soll auch 2021 jede Gaststätte eine Musikdarbietung in ihrem Außenbereich veranstalten dürfen. 2020 hatten lediglich Vier von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Beschwerden gab es keine.

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