An der Falkensteinschule erhalten Schüler gezielte Hilfe beim Lesen durch sogenannte Lesepatinnen – mit sichtbarem Erfolg.
BiSS – was ist das nochmal? Gut, dass Katja Radloff wusste, dass „Bildung durch Sprache und Schrift“ eine landesweite Initiative zur Förderung der Lesekompetenz an Grundschulen ist, gut außerdem, dass sie vor rund eineinhalb Jahres darüber las, dass auch die Falkensteinschule das Programm umsetzt und drittens gut, dass sie als Präsidentin des Clubs Bad Herrenalb/Gernsbach von Soroptimist International Deutschland (SID) mit ihren Mitstreiterinnen auf der Suche nach einem Projekt war, die Bad Herrenalber Jugend zu unterstützen.
Seit einem Jahr läuft die Aktion bereits
Schnell war der Kontakt mit Rektorin Patricia Fischer hergestellt. Lehrerin Nicole Bow übernahm die Koordination der Lesepatenteams und fand neben fünf Frauen aus den Reihen von SID mittlerweile insgesamt sieben weitere engagierte Unterstützerinnen. Seit einem guten Jahr läuft die Aktion an der Grundschule, eben unter BiSS. Jede Lesepatin betreut in Einzelterminen zwei bis vier Kinder aus Klassenstufe eins bis vier, die, von den Lehrkräften vorgeschlagen, intensiveren Übungsbedarf im Lesen haben.
Keine Angst vor schweren Wörtern
Mit Bow treffen sich die Lesepatinnen zum Austausch und für organisatorische Dinge. Ansonsten läuft viel schon selbstständig unter ihnen. „Kann eine mal nicht, wird sie sogar von Kolleginnen vertreten“, freuen sich Fischer und Bow. Und sind sich einig: Die Lesefähigkeit der Kinder hat sich jeweils deutlich verbessert. Auch das Interesse am Lesen. Im Augenblick sind 26 Kinder im Programm. Keines hat das Angebot zwischendurch abgebrochen. Denn: wenn man mal über ein Wort stolpert, dann ist das im Zweierteam gar nicht schlimm. „Guck genau hin!“ ermuntert die Lesepatin. Und: „Was bedeutet das jetzt?“ wird das Leseverständnis angeregt.
„Es macht auch uns selbst richtig Spaß!“
Als Privileg erleben es die Kinder, wenn sie von „ihren“ Lesepatinnen einmal wöchentlich für ihre Leseeinheit im Klassenzimmer abgeholt werden. Während die anderen in der großen Gruppe üben, tun sie das exklusiv und vertraut mit ihrer Lesepatin. „Die Kinder trauen sich dann eher, öffnen sich auch persönlich“, sagt Cornelia Dürrfeld und stimmt ein in das, was Ursula Mellulis erzählt: „Es macht auch uns selbst richtig Spaß!“