Mit einem großen Fest auf dem gesamten Schulgelände hat die Falkenschule am Samstag ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Eltern und Schüler – auch aus früheren Zeiten – feierten mit.
Aufgrund des sommerlichen Wetters hatte die Schulleitung den Jubiläumsfestakt von der Aula auf den Schulhof verlegt. Dort und im gesamten Schulgebäude sorgte ein vielseitiges Programm mit Musik, Auftritten, Projekten, Ausstellungen, einem Ehemaligentreff und weiteren Aktionen für ein Fest, das den Anlass unterhaltsam würdigte und den Besuchern Spaß machte.
Los ging es mit dem Festakt und Grußworten, die durch Auftritte der Schulband, des Chors und zweier Tanzgruppen umrahmt wurden. Schulleiter Matthias Zeller erinnerte in einer kurzweiligen Ansprache an die Geschichte und Geschichten rund um die Schule und das Gebäude.
Gebaut wurde dieses, weil die damalige Hartranft-Knabenschule und die Eberhard-Mädchenschule aufgrund der Schülerzahlen und Klassengrößen mit bis zu 116 Schülern zu eng geworden waren. Sowohl die Stadtverwaltung als auch die Schulleitungen hatten deshalb auf einen Neubau im Gewann „Falkenfeld“ – daher der Name der Schule – gedrängt.
Neubau 1924 eingeweiht
1922 wurde der Neubau mit neun Schulsälen für 66 Kinder (der heutige A-Bau) beschlossen, nachdem sich die Stadt und das Land über die Finanzierung geeinigt hatten. Am 11. November 1924 wurde die Schule eingeweiht und ab März 1925 als Mädchenmittelschule genutzt. Aufgrund des von Eltern zu zahlenden Schulgelds gingen die Schülerzahlen damals zunächst massiv zurück. Während des Kriegs wurde der Schulbetrieb aufgrund der Zerstörung des Gebäudes teilweise eingestellt. Der Wegfall des Schulgelds in den 60er-Jahren führte zu massivem Schülerzuwachs und erneuter Raumnot. Weitere Anbauten folgten.
Seit 1965 eine Realschule
Ab 1964 wurde die Schule auch für Jungen geöffnet, ab 1965 wurde aus der Mittelschule eine Realschule. Mit der Einrichtung von Außenklassen reagierte der Schulträger auf die erneute Raumnot, die sich bereits Ende der 60er-Jahre wieder eingestellt hatte.
Bereichert wurde der Schulalltag durch außerunterrichtliche Aktivitäten wie einen Schüleraustausch, eine Schulband und viele Schulfeste. Mit fast 700 Schülern war die Schule Anfang der 2000er-Jahre fast ausnahmslos vierzügig. Das erneute Raumproblem wurde mit den bis heute stehenden Containern behoben. Größere Missstände in den Gebäuden habe man seinerzeit sogar mit den Eltern und Schülern selbst bei Projekttagen behoben.
Positiv erwähnte Zeller den erfolgreich eingeführten bilingualen Zug an der Schule, die Kernsanierung des B-Baus, die Digitalisierung in den Klassenzimmern und das Ganztagesangebot.
Mit großem Praxisbezug
Finanzen, Raumnot und der Sanierungsstau seien Themen, die die Stadt als Schulträger auch künftig noch beschäftigten, sagte Bürgermeister Wolfgang Fahrner. Er selbst erlebe die Schule, an der inzwischen vier Generationen unterrichtet wurden, als lebendig, mit großem Praxisbezug und auch viel sozialem Engagement. Seit dem Jahr 2020 habe die Stadt in finanziell schwierigen Zeiten eine Millionensumme in das Schulgebäude investiert.
Schulamtsdirektor Karl Henne vom Staatlichen Schulamt Rastatt erinnerte an die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor 100 Jahren und die für damalige Zeiten „luxuriösen Schulhäuser“, die in Freudenstadt entstanden sind. Entscheidend für die Qualität von Schule und Unterricht sei erwiesenermaßen aber die Qualität der Lehrkräfte und der Schulleitung.
Vier Rektoren und eine Rektorin hätten diese Qualität in den vergangenen 60 Jahren an der Falkenrealschule sichergestellt. Aktuell gibt es an der Schule 573 Schüler in 23 Klassen und 39 Lehrer. Schuldekan Hans Jörg Dieter überbrachte in seinem Grußwort die Glückwünsche der Kirchen.
Das Rahmenprogramm
Zahlreiche Projekte
Für das Rahmenprogramm des Festes sorgten neben den Auftritten auch zahlreiche Projekte im Schulgebäude, die die Klassen vorbereitet hatten. Dort gab es beispielsweise eine Bilderausstellung, kleine selbst gebastelte Geschenke aus der Schulküche, die man kaufen konnte, ein Glücksrad und Pflanzen in selbst gemachten Pflanzkübeln. Auch die konnte man gegen eine Spende mit nach Hause nehmen.
Aus der Geschichte
Die Geschichte Freudenstadts wurde von einer Projektgruppe ebenfalls dokumentiert. Ein Höhepunkt war eine umfangreiche und bebilderte Ausstellung zur Geschichte der Schule, bei der über QR-Codes auch ehemalige Schüler zu Wort kamen. Der Andrang in diesem Raum war besonders groß. Technische Geräte wie zum Beispiel ein längst überholter Computer wurden dort ebenfalls ausgestellt.