Während bundesweit über zurückgehaltene Liegenschaften der Bundeswehr diskutiert wird, steht das Wohnquartier Reichenhalden laut Bürgermeister Truffner nicht zur Disposition.
Deutschlandweit sorgt derzeit eine Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums für Gesprächsstoff: Wie beispielsweise Tagesschau.de am 28. Oktober berichtete, hat das Ministerium die zivile Umwandlung von insgesamt 200 Liegenschaften gestoppt.
Sie sollen künftig als sogenannte „strategische Liegenschaftsreserve“ für die Bundeswehr erhalten bleiben. Betroffen sind sowohl aktive Kasernenstandorte als auch ehemalige Bundeswehrgelände, die im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) stehen. Darunter befindet sich eine Liegenschaft in Baden-Württemberg – die Bleidornkaserne in Ulm.
Reichenhalden ist eine reine Wohnsiedlung In Empfingen hingegen ändert sich durch diese Entscheidung nichts. Bürgermeister Ferdinand Truffner stellt klar: „Reichenhalden war nie militärisch genutzt und kommt für die Bundeswehr nicht in Frage.“ Das Areal sei eine reine Wohnsiedlung, die im Zuge des Wettbewerbsverfahrens von 2023 neu entwickelt werde.
Alte Kaserne ist längst verkauft
„Wenn überhaupt, dann wäre die Alte Kaserne ein ehemaliges Militärgelände“, so Truffner weiter. „Aber das ist längst verkauft – der Bebauungsplan ist rechtskräftig.“ Damit erteilt der Bürgermeister Spekulationen um eine mögliche Rückkehr militärischer Nutzung in Empfingen eine klare Absage.
BImA ist laut Truffner „begeistert“ vom Konzept Die BImA ist Eigentümerin des Areals Reichenhalden und zentraler Partner der Gemeinde bei der geplanten Quartiersentwicklung. Truffner zeigt sich optimistisch: „Wir planen im Dezember den Beschluss des städtebaulichen Konzepts für Reichenhalden. Die Verhandlungen laufen gut – die BImA ist begeistert von der Planung und vom Engagement der Gemeinde.“
Entscheidender Schritt zur Realisierung
Mit dem geplanten Beschluss im Gemeinderat will Empfingen einen entscheidenden Schritt Richtung Realisierung des neuen Wohngebiets gehen. Grundlage dafür ist das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs, den die Gemeinde 2023 ausgelobt hatte. Damals überzeugte der Entwurf der K9 Architekten und Faktorgrün Part GmbH aus Freiburg die Jury unter Vorsitz von Annette Rudolph-Cleff einstimmig. Der Siegerentwurf sieht eine behutsame Einbettung der Bebauung in die Topographie vor, mit fünf Wohnhöfen und einer neuen Wohnstraße, die das Quartier an die Reinhold-Köhler-Straße anbinden soll. Auch verschiedene Wohnformen – von Familien- bis Mehrgenerationenhäusern – sind vorgesehen.
„Ein Jahrhundertwerk für Empfingen“ Bereits 2023 hatte Bürgermeister Truffner das Projekt als „Jahrhundertwerk“ bezeichnet. Derzeit arbeitet die Gemeinde daran, die BImA endgültig vom Verkauf und der Umsetzung des städtebaulichen Konzepts zu überzeugen. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, so Truffner.
Kommt Rüstungsindustrie nach Empfingen?
Trotzdem beschäftigte sich der Bürgermeister mit dem Thema Militär. Sein Wunsch-Schwerpunkt Luft- und Raumfahrt hat sicherlich auch Berührungspunkte mit der Rüstungsindustrie. Könnte sich Truffner Ansiedlungen aus diesem Spektrum vorstellen? Immerhin fällt mit Ceratizit ein wichtiges Unternehmen in naher Zukunft weg. „Ja, ich bin dran“, bestätigt der frisch wiedergewählte Bürgermeister auf Anfrage unserer Redaktion.