Auf Facebook wurden Fake-News zu einem Polizeieinsatz in Bad Dürrheim verbreitet. (Symbolfoto) Foto: AFP

Zu einem Polizeieinsatz in Bad Dürrheim kursieren Gerüchte auf Facebook. Ein angeblich psychisch kranker und bewaffneter Mann habe einen Polizisten angegriffen und verletzt. Dass der Einsatz ganz anders verlief, stellt nun die Polizei klar.

"Psychisch Kranker läuft mit Messer durch Bad Dürrheim. Polizist wird hierbei angegriffen und verletzt und muss mit RTW ins Klinikum gebracht werden. Mehrere Polizeibeamte und Rettungsdienst vor Ort." Dies wurde zu einem Bild von einem Polizeieinsatz in der Luisenstraße in Bad Dürrheim geschrieben, das auf einer vielkommentierten Facebook-Seite gepostet wurde. 

 

Innerhalb kürzester Zeit wurde der Beitrag 90 Mal kommentiert und 37 Mal geteilt. Müssen sich die Bad Dürrheimer etwa Sorgen machen, dass ein unzurechnungsfähiger und bewaffneter Mann in der Stadt sein Unwesen treibt? 

Das ist wirklich passiert

"Nein", versichert ein Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Redaktion: "Es bestand zu keiner Zeit Gefahr für die Bevölkerung." Überhaupt habe der Einsatz einen völlig anderen Hintergrund, als mit diesem Post dargestellt: "Jemand glaubte, einen Diebstahl zu sehen. Deshalb wurden wir alarmiert", erklärt er auf Nachfrage.

Die tatsverdächtige Person soll versucht haben, ein geparktes Auto in der Friedrichstraße aufzubrechen. Ein 40-Jähriger beobachtete das und verfolgte anschließend den Mann. Dabei wählte er den Notruf, wie die Polizei in einer Pressemitteilung am Sonntag genauer erklärt. 

Währenddessen sei der 40-Jährige von dem Mann verbal bedroht worden. Dabei soll dieser auf ein ausgeklapptes Multitool (ein Klappmesser) gezeigt haben. In der Luisenstraße sei der Mann dann schließlich von der Polizei gestellt worden - bei dem Versuch, ihn zu fesseln, leistete er jedoch Widerstand, wodruch ein Polizist verletzt wurde - "aber nicht mit dem Messer", stellt der Polizeisprecher klar. Er habe ihn mit dem Ellenbogen am Kopf getroffen.

Polizei postet Klarstellung

Der Tatverdächtige habe sich daraufhin nochmal losreißen und fliehen können. Der Polizist habe ihn verfolgt und konnte ihn fassen - dabei sei er jedoch gestürzt und habe sich den Kopf am Boden aufgeschlagen. Er musste anschließend zur Behandlung in eine Klinik gebracht werden und war dienstunfähig. Der "Störer" sei ebenfalls leicht verletzt worden. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß. Allerdings muss er sich nun wegen Bedrohung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten.

Dass jemand einfach ein Bild von dem Einsatz postet und dazu nur das schreibt, was er glaubt, gesehen zu haben, ohne nachzufragen, was wirklich los sei, verstimme die Polizei sehr. Unzählige Anrufe seien beim Polizeiführer vom Dienst am Samstagmittag diesbezüglich eingegangen. "Wir müssen uns hier eigentlich um Notrufe kümmern", erklärt der Sprecher. Um mit den Gerüchten aufzuräumen, habe die Pressestelle zeitnah Klarstellung formuliert.

Bürger sollen Informationen der Polizei vertrauen

In dieser bittet die Polizei nochmals darum, Spekulationen zu unterlassen und auf die offiziellen Informationen der Beamten zu vertrauen. Der Facebook-Post wurde inzwischen gelöscht - ohne klarzustellen, dass es sich bei dem Post um falsche Behauptungen handelte.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes war der Ablauf des Polizeieinsatzes noch nicht geschildert. Der Text wurde durch eine Pressemitteilung der Polizei inzwischen ergänzt und angepasst.