Im Duell mit dem Türk. SV Schramberg verhinderte der Binsdorfer Spielertrainer, dass ein Gegner vom Platz gestellt wird. Wir haben mit Matthias Zehnder darüber gesprochen.
Es war ein klassisches Kellerduell, das am 12. Oktober in Binsdorf ausgetragen wurde. Die heimische Spielvereinigung – zu diesem Zeitpunkt erst mit einem Punkt auf dem Konto – hatte in der Kreisliga A1 den Türk. SV Schramberg zu Gast. Wenige Minuten vor dem Ende war Binsdorf beim Stand von 3:1 drauf und dran, den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach zu bringen.
„Wir haben wirklich ein gutes Spiel gemacht“, erinnert sich Matthias Zehnder zurück. Der Spielertrainer der Binsdorfer hatte bereits zwei Treffer erzielt (1:0 und 3:1) und stand auch in einer Szene im Mittelpunkt, die nun – mehr als einen Monat nach dem Spiel – für den WFV-Fairplay-Preis des Monats Oktober nominiert ist.
„Kuriose Situation“
Zehnder war dabei in einen körperbetonten Zweikampf um den Ball im Mittelfeld verwickelt. Nach zwei, drei Schritten mit dem Ball am Fuß hörte er den Pfiff – und dachte im allerersten Moment, es gebe Freistoß für die Schramberger. Stattdessen jedoch zeigte der Unparteiische Zehnders Gegenspieler die Rote Karte wegen Nachtretens. „Es war eine kuriose Situation“, so der Binsdorfer Spielertrainer, der „wahnsinnig überrascht“ über diese Entscheidung war.
Denn für ihn war es ein normaler Zweikampf, ein Nachtreten hatte er nicht wahrgenommen. Daher ging er direkt mit dem Schiedsrichter in den Dialog, während der Schramberger bereits das Feld verlassen hatte. „Ich wollte auf keinen Fall, dass er deshalb eine Sperre kriegt. Dass der Schiedsrichter dann sogar die Entscheidung auf dem Feld zurücknehmen kann, war mir in dem Moment gar nicht bewusst“, schildert Zehnder. Doch so war es: Nach Rücksprache mit dem Binsdorfer Kapitän wurde die Rote Karte revidiert und der Schramberger durfte zurück aufs Feld.
Ersten Saisonsieg geholt
In Gleichzahl ging das Kellerduell weiter und die Gäste erzielten tatsächlich noch den Anschlusstreffer zum 2:3. Doch dabei blieb es: Die Binsdorfer feierten ihren ersten Saisonsieg und Zehnder bekam viel Lob für seine faire Aktion. „Auch im Nachhinein bin ich froh, dass ich es gemacht habe. Es war die einzig richtige Entscheidung und ich hätte die Rote Karte so nicht stehen lassen können. Es war auch toll vom Schiedsrichter, dass er so gehandelt hat“, sagt er.
Als einer von drei Spielern aus Württemberg steht Zehnder nun als Fairplay-Monatssieger Oktober zur Wahl. Noch bis zum 19. November läuft die Online-Abstimmung. Neben dem Binsdorfer Spielertrainer ist auch ein Stürmer im Rennen, der beim Stand von 2:2 in der Nachspielzeit auf einen Elfmeter verzichtete und ein Keeper, der mit 3:2 in Führung liegend von sich aus dem Schiedsrichter gestand, im Strafraum gefoult zu haben. „Hut ab“, sagt Zehnder auch zu den beiden anderen Aktionen.