Blick in eine Schule der Kakao-Kooperative "Ecookim in der Elfenbeinküste", die aus der Fairtrade-Prämie finanziert wurde. Foto: © TransFair e.V./Nabil Zorkot

In Deutschland gibt es rund 900 Weltläden und mehrere tausend Gruppen, die Fairen Handel betreiben. Zum Beispiel den Eine-Welt-Laden Weil der Stadt. Was treibt Menschen wie die Simmozheimerin Hildegard an, sie sich seit 1990 in dem Geschäft im Nachbarort engagiert? "Am Beispiel des Kakaos wird es gerade zu Weihnachten deutlich: Mit fairer Schokolade genießt es sich besser, denn so haben alle etwas davon", sagt Hornung. Damit gemeint sind vor allem die Kakaoproduzenten.

Simmozheim/Weil der Stadt - (sb/pm). Kein Kinderspiel, sondern bitterer Arbeitsalltag: Aktuell schuften laut einer Studie der Universität Chicago 1,5 Millionen Kinder in Westafrika im Kakao-Anbau unter unmenschlichen Bedingungen, oft werden sie versklavt, so Hornung. Aber es gehe auch anders: "Das Fairhandelshaus Gepa zahlt im Schnitt 56 Prozent über dem Kakao-Weltmarktpreis. Außerdem kauft sie die Kakaobohnen und -butter direkt bei Kleinbauerngenossenschaften in Westafrika und Lateinamerika und lässt sie in mittelständischen Betrieben verarbeiten", teilt die Simmozheimerin in einem Newsletter mit. Diese transparente Lieferkette sei wichtig. So würden die Kakaobauern deutlich mehr verdienen. Mit dem Kakao-Plus-Preis setze die Gepa ein wichtiges Zeichen zur Vermeidung ausbeuterischer Kinderarbeit, "denn nur, wenn die Eltern genug verdienen, können die Kinder zur Schule gehen".

Direkter Kontakt zu Herstellern

"Zu Weihnachten haben wir ein großes Angebot an Accessoires, Socken mit Wintermotiven und Filzhausschuhen. Auch für unsere Handwerksprodukte gilt: Die Beschäftigten werden gut bezahlt, es gibt geregelte Arbeitszeiten und Sozialleistungen wie Gesundheitsfürsorge und Rentenzahlungen. Unsere Fairhandels-Importeure haben intensiven, oft langjährigen Kontakt zu den Hersteller-Betrieben und besuchen sie auch persönlich", teilt Hornung weiter mit.

Hilfe für Immigrantinnen

Neues gebe es vom Projekt El Pozo in peruanischen Lima. "Dort haben unsere Partnerinnen ein Präventionsprojekt vorbereitet. Mit einer groß angelegten Aufklärungskampagne sollen insbesondere Immigrantinnen in prekären Lebenssituationen über die Tricks informiert werden, mit denen Menschenfänger vor allem über das Internet versuchen, Zugang zu jungen Frauen und Mädchen zu bekommen. Es ist dem Eine-Welt-Laden gelungen, hierfür einen Zuschuss aus dem Bereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit zu bekommen, welcher allerdings nur einen Teil der Kosten abdeckt. Zusätzliche Spenden sind also willkommen", äußert sich die Simmozheimerin abschließend.