Beim Fußball geht es oft ruppig zu. Zwei Spieler aus dem Kreis Calw haben trotzdem fairen Sportsgeist bewiesen. Foto: Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa

Das ist eine absolute Seltenheit: Drei Spieler aus ganz Württemberg sind für den Fair-Play-Preis des WFV im Monat März nominiert – und zwei davon kommen aus dem Kreis Calw.

Seit 1997 gibt es beim DFB und seinen Landesverbänden die Aktion „Fair ist mehr“. In Württemberg kürt der WFV jeden Monat einen Fair-Play-Sieger, der mit besonders vorbildlichem Verhalten auf dem Spielfeld auf sich aufmerksam gemacht hat. Drei davon stehen auch für den Monat März wieder zur Wahl – und zwei davon kommen aus dem Kreis Calw.

 

Elfmeter zurückgenommen

Nominiert ist zum einen Emre Kormaz von Grün-Weiß Ottenbronn II. In der Kreisliga-B-Partie vom 8. März beim SV Sulz am Eck hatte Schiedsrichter Atilla Cevirgen in der 63. Minute einen Elfmeter für die Grün-Weißen gegeben. Kormaz ging daraufhin auf den Unparteiischen zu und räumte ein, dass sein Gegenspieler in der betreffenden Situation klar den Ball gespielt habe und kein Foul vorlag. „Ich pfeife schon ein paar Jahre, aber so ein starkes Fairplay habe ich noch nicht erlebt“, sagte Cevirgen, der daraufhin seine Elfmeter-Entscheidung zurücknahm.

Interessanterweise ereignete sich ebenfalls in der 63. Spielminute eine Aktion, für die Mark Luz von der SG Oberreichenbach/Würzbach für den Fair-Play-Preis nominiert wurde. In der viel diskutierten Bezirksliga-Partie am 15. März beim SV Althengstett geriet er bei einem Konter der SG Oberreichenbach/Würzbach selbstverschuldet ins Stolpern. Schiedsrichter Mario Haas wertete dies zunächst als ein Foul des Gegenspielers und zeigte Gelb/Rot. Luz räumte ein, nicht berührt worden zu sein, woraufhin Haas den Platzverweis zurücknahm. Dabei war das Spiel eigentlich gar nicht für Fair Play bekannt geworden: Am Abend danach hatte der Althengstetter Spieler Patriot Behramaj den Schiedsrichter auf Instagram angeschrieben und verhöhnt, wofür er vom Sportgericht zu einer Geldstrafe von 70 Euro verurteilt wurde.

Preis: Tickets für Spiel

Dritter nominierter Spieler ist Benedikt Fischer von der Spvgg Hirschlanden/Schöckingen aus dem Nachbar-Bezirk Enz/Murr. Er gab zu, ein Tor mit der Hand erzielt zu haben. Für die drei Spieler kann noch online bis zum 15. März auf der Homepage des WFV abgestimmt werden. Der Sieger erhält einen Rucksack und zwei Tickets für ein Fußballspiel seiner Wahl in Württemberg. In diesem Jahr gab es bereits 27 Vorschläge für den Fair-Play-Preis.