Der für die Jahre 2025 bis 2030 aufgestellte Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Loßburg zeichnet ein recht einheitliches Bild: Bei der Feuerwehr gibt es so einige Baustellen.
Zu wenig Einsatzkräfte, Feuerwehrhäuser, die nicht den Sicherheitsanforderungen entsprechen, veraltete Technik und Fahrzeuge jenseits des Laufzeitendes – so der aktuelle Stand der Feuerwehr Loßburg.
Das ergab der aktuelle, durch das Ingenieurbüro ResQ-Engineering aufgestellte, Feuerwehrbedarfsplan für die Jahre 2025 bis 2030. Gutachter Sven Volk stellte dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Ergebnisse vor.
In den Feuerwehrhäusern bestünden im Vergleich zu den einschlägigen Vorschriften gleich mehrere Mängel, heißt es im Bedarfsplan. Volk empfehle der Gemeinde daher Schritt für Schritt mit den gravierendsten Mängeln , die mit dem Schweregrad hoch eingestuft wurden, zu beginnen.
Die gravierendsten Mängel in den Feuerwehrhäusern
In allen sieben Häusern fehlt es laut Bedarfsplan an einem Lagerraum für leicht entzündliche Stoffe. In Betzweiler-Wälde und Wittendorf stelle dies den einzigen Mangel dar. In den anderen Häuser komme noch hinzu, dass keine Schwarz-Weiß-Trennung der Einsatz- und Privatkleidung möglich sei.
In Loßburg mangle es zudem an einer Notstromversorgung, ausreichend Fläche in der Atemschutzwerkstatt und einem zweiten Rettungsweg aus dem Raum der Jugendfeuerwehr. In Schömberg, Lombach, 24-Höfe und Sterneck fehlten zudem Duschmöglichkeiten für die Einsatzkräfte.
Gesundheitsgefahr und Unfallrisiko
In Schömberg seien außerdem der Stellplatz sowie die Torbreite und -höhe zu gering bemessen. In Lombach, Schömberg und Sterneck mangle es an einer Absauganlage für Dieselmotor-Emissionen, was eine Gesundheitsgefahr darstellt. In Lombach wurde das Umziehen der Einsatzkräfte hinter den Fahrzeugen beanstandet, da dies ein Unfallrisiko berge. Auch hier sei die Torhöhe zu gering bemessen.
Ebenso bemängelt wurde – sowohl in Lombach als auch in Schömberg und Sterneck – dass der Zugang zum Umkleidebereich über die Fahrzeugausfahrt erfolgt.
Neue Struktur empfohlen
Da in den vergangenen Jahren bereits das Feuerwehrhaus in Betzweiler-Wälde neu erstellt sowie der Standort 24-Höfe um ein geeignetes Garagengebäude erweitert wurde und die Neubaumaßnahme für das Feuerwehrhaus Wittendorf bereits weit vorangeschritten ist, rät Volk der Gemeinde, das Gebiet mittelfristig noch in den bestehenden sieben Ausrückebereichen zu belassen.
Langfristig soll die Struktur der Feuerwehr Loßburg jedoch in ein Arbeiten von fünf Standorten in fünf Ausrückbereichen überführt werden. Zukünftige Investitionen wie weitere Um- und Neubauten der Feuerwehrhäuser sollen sich dieser Struktur anpassen.
Fahrzeuge nicht mehr auf dem Stand der Technik
Auch bei den Fahrzeugen gibt es Handlungsbedarf. Für die Abteilung Loßburg wird bis zum Jahr 2030 der Kauf eines neuen Hilfeleistungs-Löschfahrzeugs HLF 20 empfohlen, da das vorhandene Löschfahrzeug LF 16/12 nicht mehr dem heutigen Stand der Technik entspricht. Auch das Löschfahrzeug LF 16/12 soll durch ein Löschgruppenfahrzeug LF 10 ersetzt werden.
Zudem sollen der vorhandene Einsatzleitwagen ELW 1 sowie der Mannschaftstransportwagen MTW der Abteilung Loßburg bis zur Fortschreibung des Bedarfsplans in 2030 ersetzt werden.
Auch die Löschfahrzeuge der Abteilung Betzweiler-Wälde entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und sollten bis 2030 durch ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 10 TH ersetzt werden. Hier wird zudem der Kauf eines Mannschaftstransportwagen MTW empfohlen.
Die vorhandenen Löschfahrzeuge der Abteilungen Lombach, Schömberg und Wittendorf erreichen ebenfalls bis 2030 ihr Laufzeitende. Je nach Zustand seien Laufzeitverlängerungen in Erwägung zu ziehen. Mittel- bis langfristig sollen Tragkraftspritzenfahrzeuge-Wasser TSF-W und ein Mittleres Löschfahrzeug MLF den Grundschutz sicherstellen.