Mehrere Ersthelfer greifen am Freitag beherzt bei einem Fahrzeugbrand auf der A81 Höhe Villingen-Schwenningen/Tuningen ein. Einer von ihnen riskiert gar sein eigenes Leben - er eilt quer über die Autobahn mit zwei Feuerlöschern zu Hilfe.
Freitagabend auf der A 81 nahe Villingen-Schwenningen: Ein Student ist auf dem Heimweg von Stuttgart nach Aldingen. Unweit der anvisierten Autobahnabfahrt Weigheim/Tuningen fängt sein Auto plötzlich Feuer. Der junge Mann - selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr - reagiert schnell. Er lenkt das Auto auf den Standstreifen und schafft es nach draußen.
Mit der brenzligen Situation bleibt der junge Mann nicht lange allein. Ein Busfahrer hält an und setzt einen Feuerlöscher ein. Auch ein Kleinwagen stoppt kurz und bietet Hilfe an. Ein dritter Helfer wagt dann etwas gleichermaßen mutiges, wie gefährliches: Ein polnischer Lastwagenfahrer eilt zu Fuß von der anderen Fahrtrichtung zu Hilfe - quer über die Autobahn, bepackt mit zwei Feuerlöschern.
„Ein richtiger Held“
So schildert Jutta Keil, Mutter des Fahrers aus Aldingen, unserer Redaktion die Geschehnisse. Sie will die außerordentliche Unterstützung der Ersthelfer - vor allem die des Lastwagenfahrers - richtig gewürdigt wissen. „Der war der richtige Held“, sagt sie. Sein selbstloses und couragiertes Verhalten verdiene allen Respekt. Ihr Sohn habe bei dem Vorfall einen „Mega-Schutzengel“ und dazu diese tollen Ersthelfer gehabt. Die Mutter will sich nicht ausmalen, was sonst passiert wäre. Vor Ort hätten Einsatzkräfte gegenüber der Familie davon gesprochen, dass es ohne das schnelle Löschen zu einer Explosion hätte kommen können, so Keil.
Mit Fotos des Lastwagens hat Jutta Keil den polnischen Lastwagen-Fahrer auf Social Media gesucht und gefunden. Die Mutter dankte dem Mann zunächst mit Textnachrichten. Familie Keil will aber auch die Kosten der Feuerlöscher ersetzen. Darüber hinaus soll der Lkw-Fahrer noch ein Dankeschön erhalten. Sein Einsatz sei einfach besonders mutig gewesen, betont Keil. „Solche Menschen braucht es doch“, sagt sie.
„Meistens geht so etwas schief“
Dass der Einsatz aber auch äußerst gefährlich war, zeigt die Reaktion der Polizei. So wurde der Lastwagenfahrer nach den Vorkommnissen von den Beamten zurück auf die andere Fahrbahn gebracht - mit einem Fahrzeug und über die regulären Autobahn-Auf- und -Abfahrten. Im Nachgang betont Daniel Brill, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz: „Das ist einmal gut gegangen, aber in den meisten Fällen geht so etwas schief.“ Die Polizei warne ausdrücklich davor, eine Autobahn zu Fuß zu überqueren. Theoretisch sieht die Straßenverkehrsordnung auf den Tatbestand „verbotswidriges Betreten oder Überqueren der Autobahn“ im Bußgeldkatalog sogar eine Strafe von zehn Euro vor.
Warum es zu dem Fahrzeugbrand kam, ist indes noch nicht bekannt.