Im Feuerwehrgerätehaus der Abteilung Schenkenzell wird im nächsten Jahr ein neuer GW-L2 das über 40 Jahre alte TLF ablösen. Foto: Herzog

Bei der Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs GW-L2 wird die Gemeinde circa 10 000 Euro sparen – das ist der Feuerwehr zu verdanken, die dafür unzählige Stunden investiert hat.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats dankte Bürgermeister Bernd Heinzelmann den Akteuren der Feuerwehr, die in unzähligen Stunden die Ausschreibung vorbereitet haben, sowie Hauptamtsleiterin Susanne Augsburger: „Durch dieses Engagement brauchten wir die Fachausschreibung nicht an ein externes Büro vergeben und sparen rund 10 000 Euro.“

 

Mit der Ausschreibung des Feuerwehrfahrzeuges GW-L2 – Gerätewagen Logistik – werde dem Land signalisiert, dass die Gemeinde die bereits bewilligten Fördermittel in Höhe von zusammen 280 000 Euro zeitnah abrufen werde und die Förderbedingungen erfülle.

Die Ausschreibungssumme von rund 450 000 Euro erfordere eine elektronische und EU-weite Ausschreibung, erläuterte Heinzelmann. „Unser Ziel ist, die Angebote bis Ende des Jahres einzuholen und nach deren Prüfung den Auftrag Anfang 2026 zu vergeben“, schilderte der Bürgermeister.

Ersatzteile kaum verfügbar

Das alte Tanklöschfahrzeug TLF mit Baujahr 1984 stehe noch sehr gut da. Allerdings sei es schwierig, Ersatzteile zu bekommen. Das neue Fahrzeug, praktisch ein LKW, verfüge über einen Wassertank mit 2000 Litern (TLF 1800) und sei bei Einsätzen an Gehöften im Außenbereich sehr hilfreich.

Ausgeschrieben würden Fahrgestell, Motorisierung mit 230 Kilowatt und Allradantrieb, sowie Rollwagen für die Beladung. Die Beladung der Rollwagen werde größtenteils durch bestehendes Feuerwehrequipment gesichert. „Für die Ausschreibung ist es wichtig, eine Bewertungsmatrix mit jeweiliger prozentualer Gewichtung festzulegen“, erklärte der Bürgermeister und zeigte sich offen, die Positionen Lieferzeit (10 Prozent) und Folgekosten (5 Prozent) zu tauschen.

Lieferzeit weniger gewichtet

Nach Ansicht von Rat Werner Kaufmann gehe es bei den Folgekosten um Entfernung und Jahre. Auch Ratskollege Stefan Maier sah die Lieferzeit nicht so gewichtig. Wenn der Auftrag vergeben sei, sei das nicht mehr entscheidend. Bei der Vorbereitung der Ausschreibung habe man gesehen, dass durch fähige Leute diese Kosten gespart werden könnten. Er rechne für den GLW eher mit Kosten von rund 500 000 Euro.

Von der von Maier favorisierten Balkenanlage mit Blaulicht und Lautsprecher riet Kommandant Andreas Haag ab. So etwas koste richtig Geld, und ein MTW (Mannschaftstransportwagen) sei ja schon damit ausgestattet. Der GWL habe bei Einsätzen, wo viel Logistik benötigt werde, klare Vorteile gegenüber einem TLF. Letzterer wäre in der Beschaffung außerdem teurer als der GWL, der im Feuerwehrbedarfsplan festgelegt worden sei, wusste Haag.

Was wird aus Vorgänger?

Laut dem Bürgermeister wird durch die Ersatzbeschaffung das alte, aber noch funktionsfähige TLF abgesprochen. Sobald das neue Fahrzeug eintreffe, müsse über dessen künftige Nutzung beraten werden.

Einstimmig befürwortete das Gremium den Tausch der Positionen Lieferzeit und Folgekosten und stimmte den weiteren vorgeschlagenen Kriterien Preis (30 Prozent), Technische Eigenschaften (30) und Erfüllungsgrad (5) zu.