Der Wiesenweg in Villingendorf wurde als Standort für ein neues Feuerwehrhaus ausgewählt. Vor dem Bau muss aber der Flächennutzungsplan noch geändert und ein Bebauungsplan erstellt werden. Einen Antrag im Rahmen des Ausgleichsstocks will die Gemeinde nun zunächst für Beschaffungen für den Betriebshof stellen. (Archivfoto) Foto: Schmidt

Das überraschte die Räte: Anstatt des neuen Feuerwehrhauses wird ein neues Fahrzeug für den Betriebshof beantragt.

Ursprünglich sollte für das Jahr 2026 ein Ausgleichsstock für die Planung zum neuen Feuerwehrgerätehaus eingesetzt werden. Da für den Neubau des Feuerwehrhauses die planungsrechtlichen Voraussetzungen im Flächennutzungsplan und Bebauungsplan noch nicht gegeben seien, der Antrag aber nicht verfallen sollte, fiel der Verwaltungs-Blick auf den Unimog des Betriebshofes, informierte Kämmerin Daniela Duttlinger.

 

Der Unimog, Baujahr 2009, habe schon etliche Reparaturen hinter sich, zuletzt im August 2009 mit der Reparatur der Kupplung. Es werde befürchtet, dass alsbald auch das Getriebe ausfalle. Für ihn sollte im Rahmen des Ausgleichsstocks 2026 eine Zuwendung beantragt werden. Voraussetzung sei, dass die Eigenmittel im Haushalt 2026 finanziert werden könnten.

Ein weiteres Problemkind stelle der Radlader, Baujahr 2013, dar, fuhr Duttlinger fort. Er habe insgesamt 10 000 Betriebsstunden auf der Uhr und seine Antriebspumpe habe jüngst Reparaturkosten in Höhe von 6000 Euro verursacht.

Das „wichtigste Arbeitsgerät“

Wäre die Reparatur nicht durchgeführt worden, hätte das Fahrzeug seine fahr- und betriebstüchtig verloren, ergänzte Betriebsleiter Gernot Richter. Mit der Reparatur habe das Fahrzeug einen Verkaufswert in Höhe von 20 000 Euro gewonnen.

Aufgrund der außergewöhnlich hohen Anzahl an Betriebsstunden rate er dringend, das Fahrzeug im jetzigen betriebsfähigen Zustand abzugeben, so Richter. Ein Radlader gelte für die Gemeinde als das „wichtigste Arbeitsgerät“. Komme der Verkauf aus Sicht der Räte nicht in Betracht, müsse die Gemeinde, aufgrund möglicher weiterer Reparaturen, mit Ausfällen rechnen.

Mangel an Transparenz?

Im Gemeinderat sorgte die vorgebrachte plötzliche Dringlichkeit für Irritation. Mehrere Räte äußerten Unmut darüber, dass der dringende Handlungsbedarf bislang nicht transparent dargestellt worden war.

Sie betonten, künftig rechtzeitig über größere Probleme oder anstehende Ersatzbeschaffungen informiert werden zu wollen und nicht erst im Zuge einer Antragsstellung.

Lieferung Ende des Jahres

Die Verwaltung verteidigte ihr Vorgehen und verwies darauf, dass der Betriebshof in der Vergangenheit stets sehr genügsam gewesen sei. Daher sei es bislang nicht für notwendig erachtet worden, den Rat frühzeitig mit dem Thema Radlader zu befassen. Zumal auch andere Maßnahmen – etwa das Feuerwehrgerätehaus – anhängig und vorrangig behandelt worden seien.

Gleichwohl nahm Bürgermeister Marcus Türk die Kritik auf und sichert zu, künftig früher über relevante Themen zu berichten. Letztendlich folgten die Räte den Ausführungen der Verwaltung.

Im Vorfeld der Sitzung wurden drei Angebote für eine Ersatzbeschaffung mit dem Model Kramer 8085 mit Teleskoplader sowie der Rücknahme des Altfahrzeugs eingeholt. Die Entscheidung fiel auf die Firma Böhrer Baumaschinen aus Villingendorf, die ein Angebot in Höhe von 69 000 Euro vorlegte. Die Lieferung wird Ende des Jahres erwartet.