In 27 Jahren hat Alex Tenten rund 10 000 Schülern zur Fahrerlaubnis verholfen. Uns stellt er seinen Nachfolger vor und verrät, woran die meisten Fahrschüler scheitern.
Viele verschiedene Leute kennenlernen und ihnen vermitteln, worauf es ankommt, wenn man sich auf den Straßen bewegt: Das hat Alex Tenten immer große Freude bereitet, sagt er. Es gab aber über die Jahre auch Entwicklungen, die die Euphorie gebremst haben.
Damit meint der 60-Jährige etwa wechselnde staatliche Vorgaben und Anforderungen an den Führerschein für die unterschiedlichen Klassen, aber auch zunehmende Dokumentationspflichten und die Digitalisierung, die eigentlich alles leichter machen soll, oftmals aber erst einmal Probleme bereitete.
Höhere Anforderungen in der Praxis
Dass es heute deutlich teurer ist, den Führerschein zu machen, als noch vor einigen Jahren, liege neben allgemeinen Preissteigerungen nach Corona auch an gestiegenen Anforderungen. „Der größte Preistreiber ist der Staat“, sagt Tenten dazu. Anspruchsvollere Fahraufgaben machten in vielen Fällen mehr Fahrstunden nötig.
Außerdem sei die Affinität zum Autofahren spürbar zurückgegangen. Viele Fahrschüler säßen mittlerweile in der Fahrstunde zum ersten Mal hinter dem Steuer, ohne vorher mal mit den Eltern eine Runde auf dem Übungsplatz gedreht zu haben. Und es gebe mittlerweile deutlich mehr Verkehr auf den Straßen als früher: „Eine Fahrschule muss heutzutage viel leisten.“
Theorie fällt Schülern schwerer als früher
Bei der Theorieprüfung fielen tendenziell mehr Fahrschüler durch, obwohl das Lernen dank digitaler Programme eigentlich einfacher geworden sei, meint Tenten.
In der Fahrprüfung scheiterten die Schüler derweil nur selten bei den Grundaufgaben wie Parken, sondern oftmals, weil sie ein Auto, ein Fußgänger, ein Schild oder etwas Anderes übersähen oder in einer unerwarteten Situation, wie es sie im Straßenverkehr eben immer wieder gibt, spontan falsch reagierten.
Tenten wird immer wieder gegrüßt
Rund 10 000 Schüler – „eine Kleinstadt“ – haben in Alex Tentens Fahrschule schon das Fahren gelernt – im Auto oder auf dem Motorrad. Dafür verfügt die Fahrschule über einen Fuhrpark von vier Autos und sechs Motorrädern.
Wie viele Schüler er schon unterrichtet hat, zeigt sich vor allem, wenn Alex Tenten durch Zimmern oder Rottweil fährt. „Da ist die Hand zum Winken quasi dauerhaft oben“, sagt er lachend.
Seit 1998 hat er die Fahrschule am Zimmerner Dorfplatz geleitet. Zum Fahrschullehrer ausbilden ließ er sich einst bei der Bundeswehr, 1988.
Wer ist sein Nachfolger?
Seine Fahrschule nun zu übergeben, falle ihm schon schwer, gibt der 60-Jährige zu, aber so ganz gehe er ja nicht. Er bleibt der Schule als einer von drei Fahrlehrern in Altersteilzeit erhalten – und habe zu Hause noch einen Hof mit Tieren, die seine Aufmerksamkeit beanspruchen.
Sein Nachfolger ist der gelernte Automechaniker und bereits seit 2010 als Fahrlehrer bei Tenten angestellte Andreas Grießhaber aus einem Dunninger Ortsteil. Er übernimmt die Fahrschule zum 1. Juli. Für ihn das Schönste am Beruf? Die Schüler von Anfang bis Ende auf ihrem Weg zur Fahrerlaubnis zu begleiten und ihre Fortschritte zu verfolgen.