Noch dominieren Autos das Bild in der Beethovenstraße in Schwenningen. Das soll sich mit dem Umbau des Abschnitts aber ändern. Foto: Eich

Die Bürger sind gehört, die Planungen abgeschlossen: Der Umbau der Beethovenstraße kann kommen – ihr Bild wird sich komplett verändern.

VS-Schwenningen - "Es ist gut, dass wir Verkehrsräume wieder zu Lebensräumen machen!" SPD-Stadtrat Edgar Schurr zeigte sich ebenso wie die weiteren Mitglieder des Technischen Ausschusses von den Planungen zur Umgestaltung der Beethovenstraße überzeugt.

 

Die Notwendigkeit einer umfangreichen Maßnahme zeigte sich insbesondere im Untergrund: Der Mischwasserkanal muss erneuert werden. Doch auch oberirdisch hat sich die Situation in den vergangenen Jahren geändert. Das Beethovenhaus als Veranstaltungsstandort ist Geschichte, eine breite Straße mit vielen Parkmöglichkeiten deshalb nicht mehr notwendig.

Zahl der Parkplätze drastisch reduziert

Zukünftig sollen hier zukünftig die Radfahrer das Sagen haben – die grüne Fahrbahnmarkierung wird dominieren. Die Fahrradstraße wird dann von großen Pflasterflächen mit eingelassenen Grünflächen flankiert, die Zahl der Parkplätze reduziert man drastisch. Ursprünglich seien noch weniger Parkplätze geplant gewesen, aus der Bürgerschaft sei jedoch die Rückmeldung gekommen, so erklärt Silvie Lamla vom Grünflächen- und Tiefbauamt, dass mehr Stellflächen benötigt werden.

Weggefallen sind aber weitere Sitzgelegenheiten – lediglich eine Bank werde die Stadt aufstellen. Zu groß sei die Befürchtung der Anwohner, dass es hier nachts zu Gelagen kommt. Umgesetzt werde aber ein Wasserspender an der Charlottenstraße.

Am Knotenpunkt ein Minikreisel

Am Knotenpunkt Beethovenstraße und Mühlweg entsteht ein Minikreisel. Dort werde die Fahrradstraße unterbrochen – im Zuge der weiteren Maßnahmen werde sie zukünftig in der Mozartstraße fortgeführt. Das soll auch die Sicherheit der Schüler von der Friedensschule erhöhen. Zukünftig wird in der Beethovenstraße zudem nur noch Anliegerverkehr erlaubt sein.

Mit Blick auf die Nutzung der Fahrradstraße machte Ulrike Salat (Grüne) auf die Bedeutung der Einbindung und Durchgängigkeit aufmerksam. "In der Bert-Brecht-Straße wird die Fahrradstraße derzeit wenig genutzt, weil es bislang nur ein Stück ist", so Salat. Lamla macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass die Mittel für die Umsetzung der Fahrradstraßen begrenzt seien, der Ausbau erfolge Stück für Stück.

Satte Zuschüsse vom Land

Die Umsetzung der Maßnahme in der Beethovenstraße soll im kommenden Jahr beginnen und bis 2024 andauern. Sie kostet insgesamt 3,8 Millionen Euro. Die Stadt darf sich aber über einen satten Zuschuss vom Land in Höhe von 1,6 Millionen Euro für die Straßenbaumaßnahmen und Grünflächen freuen.

Im neuen Jahr soll übrigens auch feststehen, wie es zukünftig mit dem Beethovenhaus weiter geht. Die Konzeptvergabe ist laut Bürgermeister Detlev Bührer in Arbeit – geplant ist ein Abriss, um dort Wohnbebauung mit Gewerbeflächen zu ermöglichen.