Ohne Ampel: Der Vollmaringer Weg wird von der L 362 durchschnitten. Foto: Heiko Hofmann

Für die Verkehrslage in Nagold ist das Viadukt von existenzieller Bedeutung. Tausende Fahrzeuge umfahren darauf täglich die Stadt. Dennoch gibt es Ideen für eine Ampelanlage.

Gereift ist der Plan bei der Stadt Nagold. Zu entscheiden hat die Kommune darüber allerdings nicht. Schließlich ist das Viadukt Teil der L 362, und war einst sogar Bundesstraße.

 

Dennoch darf man als Stadt eben Wünsche äußern. Und gerade am Viadukt und auf der L 362 haben diese Wünsche der Stadt schon oft Wirkung gezeigt. Zum Beispiel gilt auf Anregung der Stadt seit kurzem hinter dem Viadukt in Richtung Bächlen Tempo 60 statt der bisherigen 70. Auch der Kreiselbau am Lidl im Westen Nagolds geht auf eine Forderung der Kommune zurück.

Viele Änderungen gehen auf Forderungen der Stadt zurück

Und auf der anderen Seite der großen stadtbildprägenden Brücke machten dieser Tage zudem erst Umbaupläne die Runde. Der Landkreis will dort im Auftrag des Regierungspräsidiums eine Einfädelspur auf die L 362 in Richtung Jettingen bauen. Auch diese Idee geht auf eine Empfehlung der Stadt Nagold zurück.

Im Technischen Ausschuss kam nun eine weitere Planung zur Sprache, die größere Auswirkungen auf den Verkehrsfluss auf der L 326 haben dürfte. Im Rahmen des Radverkehrskonzepts entstanden Pläne zu einer Querungsanlage über die L 362.

Der Vollmaringer Weg soll zur Fahrradstraße werden

Und wo müssen Radfahrer genau die Landesstraße überqueren? Direkt vor dem Viadukt soll das künftig geschehen. Hintergrund ist die Idee der Stadt, das Fahrradstraßennetz weiter auszubauen. In Richtung Osten fehlt noch eine solche Fahrradstraße. Diese will die Stadt auf der Wolfsbergstraße und dem Vollmaringer Weg schaffen.

Nach der Einmündung des Vollmaringer Wegs geht es direkt auf das Viadukt. Foto: Heiko Hofmann

Was zunächst überraschend klingt, hat die Stadt Nagold offensichtlich schon länger in der Planung. Nagolds OB jedenfalls erörterte in der Sitzung, dass die Maßnahme auch schon den Unternehmern beim Wolfsbergdialog vorgestellt worden sei. Und Ordnungsamtsleiter Achim Gräschus erklärte, dass es auch schon Kontakte mit dem Kreis und sogar eine Verkehrsschau vor Ort gegeben habe.

Eine Durchfahrt des Vollmaringer Wegs ist nicht erlaubt

So ist die Situation aktuell: Am Parkhaus Weihergässle beginnt die Wolfsbergstraße und geht auf halber Höhe in den Vollmaringer Weg über. Der Vollmaringer Weg wird bereits jetzt von der L 362 kurz vor Beginn des Viadukts unterbrochen. Befahren werden darf er jeweils nur als Einbahnstraße in Richtung der L 362.

In einer Planskizze, die im Ausschuss gezeigt wurde, ist im vorderen Bereich noch vor den aktuellen Einmündungen eine Querung eingezeichnet. Wäre der Vollmaringer Weg eine Fahrradstraße, dürfte er von den Radlern in beide Richtungen befahren werden.

Eine Ampel am Viadukt? Das dürfte nicht jedem gefallen

Laut Angaben von Ordnungsamtsleiter Gräschus sind für die Querung der Landesstraße Ampeln vorgesehen. Das Thema sei schon in der Klärung, auch Mittel seien schon eingeplant. „Das läuft Hand in Hand“, verdeutlichte Gräschus, wie weit die Pläne und Absprachen schon gediehen sind.

Noch vor der Einfahrt auf die L 362 könnte die Querungsanlage entstehen. Foto: Heiko Hofmann

Eine Ampel am Viadukt? Das dürfte nicht jedem gefallen. Und so warb Nagolds OB explizit sowohl für die Fahrradstraßen zum Wolfsberg hinauf als auch für die Querungsampeln. „Eine Ampel dort macht den Verkehr langsamer“, sagte Großmann im Technischen Ausschuss.

OB Großmann: „Das richtet sich gegen niemanden“

Alle Verkehrsteilnehmer müssten sich in der Innenstadt daran gewöhnen, dass man gegenseitig aufeinander Rücksicht nimmt. „Das richtet sich gegen niemanden. Alle Mobilitätsgruppen müssen vernünftig bleiben“, sagte der OB weiter.

Dabei hatte er sicher nicht nur diese Maßnahme im Blick. Das Nagolder Stadtoberhaupt formulierte als Ziel für die Innenstadt einen „gleichberechtigten Verkehr aller Gruppen“.