Das Fahrradfachgeschäft in der Breisgaustraße hat vor sechs Wochen Insolvenz angemeldet, seither geht der Betrieb weiter. Nun läuft der Schlussverkauf.
Den Insolvenzantrag hatte Inhaber Florian Dieterich am 23. Januar gestellt – seither stand fest, dass die Tage des Fahrradgeschäfts am Standort Breisgaustraße gezählt sind: Falls der Betrieb trotz der wirtschaftlichen Probleme weitergeführt werden kann, dann nur an einer anderen Stelle. Denn laut Dietrich ist die Höhe der Miete in dem Gebäude mit dem markanten Glasvorbau das größte Problem von Black Forest Rides. Die Firma war im Mai 2023 eingezogen, jetzt sieht es danach aus, dass dort Ende April Schluss ist, so der aktuelle Stand.
Bei Black Forest Rides hat nun der Schlussverkauf begonnen, wie Martin Mildenberger unserer Redaktion mitgeteilt hat. Der Offenburger Fachanwalt für Steuerrecht ist vom Insolvenzgericht Offenburg zum Insolvenzverwalter bestellt worden. Zu seinen Aufgaben gehört damit auch die Verwertung der Insolvenzmasse, um die Gläubiger bedienen zu können. In diesem Sinn ist es Mildenberger daran gelegen, dass in den nächsten Wochen noch möglichst viele Kunden den Betrieb in der Nähe des Fachmarktzentrums aufsuchen und dort kräftig einkaufen. Im Sortiment seien in erster Linie hochwertige Fahrräder, darüber hinaus allerlei Zubehör – dazu gehören Fahrradkleidung, -helme und -schuhe, Sonnenbrillen für Radfahrer und Trinkflaschen. Die Kunden können laut Mildenberger auf zahlreiche Schnäppchen hoffen, es gebe attraktive Rabatte.
Der Anwalt hofft darauf, dass der Bestand komplett verkauft wird, damit die Interessen möglichst vieler Gläubiger bedient werden können. Ware, die keine Abnehmer findet, werde später über Ebay versteigert.
Auf eine Anfrage unserer Redaktion antwortete Florian Dieterich Ende Januar schriftlich. Der Fahrradmarkt befinde sich in einer großen Krise, teilte er damals mit. „Welche ein solch junges Unternehmen wie wir leider nicht aussitzen kann.“ Darüber hinaus sei eben die Höhe der Miete ein Problem gewesen, mit dem Eigentümer der Immobilie habe sich leider kein Übereinkunft für günstigere Konditionen erzielen lassen. Deshalb müsse man in der Beisgaustraße „leider die Zelte abbrechen“.
Seine Ansiedelung dort war von anderen Fahrradhändlern in Lahr kritisch beäugt worden, aus Sorge vor einem ruinösen Wettbewerb (wir haben berichtet). Dieterich, der in Lahr geboren und aufgewachsen ist und lange im Eventmanagement tätig war, hatte sich mit dem eigenen Fahrradladen indes einen Traum erfüllt. Den er nicht aufzugeben bereit ist.
Bereits Ende Januar, als er Insolvenz anmeldete, hatte er auf Nachfrage unserer Redaktion mitgeteilt, an anderer Stelle unter anderem Namen einen Neuanfang machen zu wollen. Nach Informationen unserer Redaktion hat er dafür nun tatsächlich einen konkreten neuen Standort im Blick.