Klirrende Kälte und Niederschlag im Winter haben den Straßen in gesamt Deutschland zugesetzt.
Mittlerweile herrschen frühlingshafte Temperaturen. Doch bundesweit zeigen sich nun die Auswirkungen des in Teilen extrem frostigen Winters. Die klirrende Kälte setzte Deutschlands Straßen enorm zu. Schlaglöcher und Risse sind das Ergebnis. Wir haben uns beim Landratsamt und in den drei großen Städten des Zollernalbkreises erkundigt, wie die hiesigen Straßen den Frost wegsteckten.
Das Landratsamt beurteilt die Situation „derzeit als beherrschbar“. Bei Bundes-, Landes- und Kreisstraßen meldet die Behörde Witterungsschäden. „Die größten Schäden treten bei Straßen auf, bei denen die Asphaltdeckschicht kurz- bis mittelfristig erneuert werden sollte. Die dort vorhandenen Vorschäden (Risse, Flickstellen) begünstigen das Eindringen von Wasser und die Entstehung der Frostschäden“, heißt es.
Kaltasphalt ist die schnelle Lösung zur Sicherheit
Und weiter: „Fahrbahnaufbrüche werden im Rahmen der Streckenkontrolle zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit sofort mit Kaltasphalt aufgefüllt. Wenn nötig, wird bei größeren Ausbrüchen Asphaltgranulat verwendet, hierfür muss es aber trocken sein.“
Die Stadt Albstadt schreibt auf Anfrage: „Insbesondere an den vielen schlechten Straßen haben wir kleinere und größere Straßenaufbrüche.“ Die Situation sei aber nicht dramatischer als in den Vorjahren. „Getroffen hat der Frost besonders den Norden Deutschlands“, erklärt die Stadtverwaltung.
Ähnlich wie bei den Kreisstraßen reagiert Albstadt auf akute Schäden mit Sofortmaßnahmen: Schlaglöcher werden geflickt. „Ab dem Frühjahr werden dann größere Unterhaltungsmaßnahmen vorgenommen, welche auch Verkehrsbeeinträchtigungen nach sich ziehen können“, heißt es.
Und wie bezahlt die Stadt die Schäden trotz der klammen Finanzlage der vielen Kommunen? Die Maßnahmen müssten aus der laufenden Straßenunterhaltung finanziert werden. „Sie belasten je nach Umfang/Erforderlichkeit mal mehr, mal weniger.“
Die Zollernstadt kommt laut dem dortigen Sprecher etwas besser weg: „Die Straßenschäden am Ende des Winters sind in Hechingen nicht schlimmer als sonst. Es gibt keine aktuellen Erkenntnisse über außergewöhnliche Frostschäden. Straßensperrungen wegen Schadensbeseitigungen sind nicht notwendig.“
Allerdings könne die Verwaltung aufgrund des Sanierungsstaus in Bezug auf das kommunale Straßennetz nicht eindeutig zuordnen, „welche Straßenschäden speziell durch Frost entstanden sind, und welche aus bereits bestehenden Mängeln am Straßennetz resultieren“, heißt es aus dem Rathaus.
Ähnliche Angaben haben wir aus Balingen erhalten: „Eine belastbare Aussage darüber, in welchem Ausmaß sich Straßenschäden in Abhängigkeit vom jeweiligen Winterverlauf entwickeln, ist aus fachlicher Sicht nur eingeschränkt möglich“, schreibt die Eyachstadt. Die Intensität von Frost- und Tauperioden könne zwar grundsätzlich Einfluss auf die Substanz der Fahrbahnen nehmen, jedoch lasse sich nur schwer ein klarer, unmittelbar messbarer Zusammenhang für einzelne Winterperioden herstellen.
Das Fazit der Stadt Balingen: „Unter diesen Grundvoraussetzungen lässt sich für den Winter in Balingen festhalten, dass wir keine vermehrten Straßenschäden infolge von Frost feststellen können. Auch können wir keine Zunahme von Schadensmeldungen durch Bürger beobachten.“
Ein Drittel aller Straßen ist schwer beschädigt
Auch wenn die großen Städte im Zollernalbkreis weitgehend glimpflich davongekommen sind. Der ADAC Württemberg schlägt dennoch Alarm. Der kalte Winter habe den Zustand der städtischen Straßen in diesem Jahr deutlich verschlimmert, äußert sich der Verband in einem Medienbericht.
Außerdem ist dort zu erfahren, dass wohl mindestens ein Drittel aller Gemeindestraßen in Deutschland als schwer beschädigt gilt – und das bereits vor der kalten Jahreszeit. Ausbesserungen schmerzen die Kommunen – gerade in Zeiten, in denen jeder Cent umgedreht werden muss.