Wer im Internet eine Reise bucht, muss vorsichtig sein. Im Netz lauern Betrüger (Symbolbild). Foto: ©InfiniteFlow - stock.adobe.com

Wer eine Reise bucht, muss mitunter vorsichtig sein. Die Polizei erklärt, wie Kriminelle an Geld kommen und wie man sich davor schützen kann.

Eine Familie aus Deutschland kann ihren Urlaub auf Mallorca kaum noch erwarten. Die Villa mit Pool und Blick auf das Meer ist gebucht und dafür wurde einiges ausgegeben, erzählen sie bei RTL.

 

Als sie voller Vorfreude bei ihrer Unterkunft eintreffen, scheint auf den ersten Blick alles normal.

Bis sich herausstellt, dass der nette Herr, der sie bei ihrer Anreise begrüßt, nichts von ihrer Buchung weiß.

Betrug bei der Urlaubsbuchung – kein Einzelfall

Das Haus gehöre ihm und er habe es nie auf einer Plattform als Ferienunterkunft angeboten, eröffnet er den überraschten Urlaubern.

Da steht die Familie nun. Der Traum von einem entspannten Urlaub in einer schönen Villa ist geplatzt.

Betrug bei der Urlaubsbuchung – ein Einzelfall? Keineswegs. Auch beim Polizeipräsidium Pforzheim wurden in diesem Bereich bereits zwei Fälle bekannt – wenn auch nicht ganz so gravierende.

„Einmal wurden die Daten abgefangen und einmal wurde eine Überweisung ins Ausland getätigt, die der Bank aufgefallen war, und damit die Ausführung gestoppt wurde“, berichtet Laura Müller, Sprecherin des Polizeipräsidiums Pforzheim, auf Anfrage unserer Redaktion.

Welche Buchungsplattformen sicher sind – oder eben auch nicht – dazu kann die Polizei keine Empfehlung aussprechen.

Fest steht aber: Beim Buchen von Ferienunterkünften können beispielsweise Daten abgefangen oder Vorauszahlungen für Unterkünfte verlangt werden, die nicht existieren oder zumindest nicht zur Urlaubsvermietung bereit stehen.

Geld landet auf Geldwäscherkonten im Ausland

Das gestohlene Geld lande dann meist auf Geldwäscherkonten im Ausland, wodurch eine Ermittlung gegen die Täter schwierig sei, erklärt Sprecherin Müller.

Tipps, wie man sich vor solchen Betrügern schützen kann, hat das Polizeipräsidium Karlsruhe zusammengestellt.

Misstrauisch machen sollten etwa auffällig niedrige Preise im Vergleich zu ähnlichen Angeboten im selben Ort.

Auch das Fehlen einer Telefonnummer oder des Impressums könnten Warnsignale sein. Sei beides angegeben, lohne es sich, die Infos mit einer Online-Suche zu überprüfen.

Um die Fotos der Unterkunft zu überprüfen, könne eine umgekehrte Bildersuche genutzt werden.

Gesicherte Verbindung

Besondere Vorsicht gelte bei der Weitergabe persönlicher Daten. Bei der Eingabe solle auf eine gesicherte Internetverbindung geachtet werden. Diese erkenne man anhand des „https“ in der Eingabezeile.

Als Zahlungsarten eigneten sich besonders Lastschrift oder Kreditkarte, da bei diesen Verfahren Rückbuchungen möglich sind.

Allgemein solle man sich immer die Frage stellen, ob die geforderten Informationen tatsächlich erforderlich sind.

Bei Betrugsverdacht empfiehlt das Polizeipräsidium Karlsruhe, direkt den Betreiber des Buchungsportales zu informieren.

Wurde bereits Geld abgebucht, kann die Bank für eine Rückholung kontaktiert werden. In jedem Fall sei eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll.