Eine geradezu mystische Fackelwanderung führt am Vorabend von Lichtmess zur Binder-Madonna oberhalb von Bad Imnau. Foto: Gunar Haid

Über 60 warm eingepackte Teilnehmer pilgerten in Bad Imnau mit ihren Fackeln am Vorabend von Mariä Lichtmess zur Binder-Madonna.

Wie alle Lichtmess-Pilgermärsche zuvor, hatte die Imnauer Tourismus AG die Fackelwanderung zur Binder-Madonna organisiert. Sie fand bei leichten Plusgraden statt. Neben etlichen Einheimischen und Bürgern aus den Haigerlocher Stadtteilen nahmen auch viele Auswärtige an dem Fackellauf teil. Sie kamen aus Herrenberg, Hechingen, Balingen, Rangendingen, Eutingen, Starzach, Horber Ortsteilen, Empfingen oder Hirrlingen.​

 

Höhepunkt der zweistündigen und gut vier Kilometer langen abendlichen Wandertour über die Sonnenhalde zur Madonna war die Andacht an der Statue. Die Teilnehmer stellten sich dazu mit ihren leuchtenden Fackeln im Halbrund um die von der Imnauer Alterswehr beleuchtete Madonna auf.

Diakon Franz Haueisen begrüßte die Gläubigen mit dem Gebet „Sei gegrüßt“ und dem Lied „Gegrüßest seist du Königin“. Er hob die Bedeutung von Mariä Lichtmess hervor. An diesem Tag wird die „Darstellung“ Jesu im Tempel 40 Tage nach seiner Geburt gefeiert; Maria und Josef weihen ihn als Erstgeborenen Gott und die Propheten erkennen das Kind als „Licht des Volkes Israel“.​

Diakon spendet den Segen

​Nach einem weiteren Musikstück („Meerstein ich grüße dich“), begleitet von Trompeter Jörg Lohner vom Musikverein Bad Imnau, trug Anita Pabst das von Maria Haid geschriebene Gedicht vor, das die Entstehungsgeschichte der Madonnen-Figur mitten im Wald erklärt. Die Steinfigur bringt das Andenken an die vier im Krieg gefallenen Söhne von Luzia Binder in Erinnerung.

Nach dem Evangelium und einer kurzen Ansprache sangen alle zur Begleitung von Trompetenklängen das Marienlied „Maria breit‘ den Mantel aus“ und abschließend „Segne du Maria“. Diakon Franz Haueisen erteilte nach dem „Vater unser“ und dem „Mariengebet“ der Wanderschar den Lichtmess- und Blasius-Segen.​

Vesper im Café Arthaus

​Seit 2017 wird in Bad Imnau die Lichtmess-Fackelwanderung zur Madonna durchgeführt. Sie ist damit zum Alleinstellungsmerkmal in der Region geworden. Die Tourismus AG will damit an alte Traditionen erinnern, diese pflegen und erhalten. Mit Beifall dankten die Wanderer nach den Dankesworten von Wanderführer Gunar Haid den Ausführenden.

Der schöne Lichtmess-Abend zauberte dank des Vollmondes und der flackernden Fackeln märchenhafte Reflexionen und Schattenspiele in die bewaldete Umgebung. Er führte dann zurück auf dem befestigten Weg der Sonnenhalde abwärts ins Tal und ins Café Arthaus.

Dort wurde die Wanderschar mit Getränken und einem zünftigen Lichtmessvesper mit Wurstsalat und Soljanka-Suppe bewirtet. In gemütlicher Runde ließen die begeisterten Lichtmess-Wanderer den schönen und stimmungsvollen Abend ausklingen.