Was hat die KI mit einem Friseursalon zu tun? Und wie geht eine „Balayage“ in 15 Minuten? Bei einer Fachmesse für Friseure in der Schwenninger Neckarhalle kamen die neusten Trends der Friseurbranche auf den Tisch.
In der Neckarhalle breitete sich ein Geruch von Haarfarbe und Haarspray aus, denn auf der „Friseurinspirationen 2024“ von der Friseur-Innung Schwarzwald-Baar wurde einem Fachpublikum die neuesten Tipps, Tricks und Trends der Friseurbranche präsentiert, die man bald wohl auf vielen Köpfen in der Region sehen wird.
Der Obermeister der Innung, Manuel Winter, führte am Montagnachmittag durch die Präsentation und zeigte sich beim Auftakt stolz: „Wir haben es geschafft, die ’Frisurinspiration’ größer zu machen als vor zwei Jahren, wir haben etwas Größeres auf die Beine gestellt.“
Im Abstand von zwei Jahren werde die „Friseurinspiration“ durchgeführt, berichtet Manuel Winter der Redaktion. Das letzte Mal habe diese im Klosterhof in Villingen stattgefunden, damals sei man „restlos ausgebucht“ gewesen – in diesem Jahr wollte man in der Schwenninger Neckarhalle „noch eine Schippe drauflegen“, schmunzelt Winter. Die Veranstaltung soll für das anwesende Fachpublikum als Weiterbildung dienen – aber auch als Möglichkeit „mal aus dem Alltag herauszukommen“, wie Winter weiter erklärt. Vier Bühnenauftritte sollten diese Alltagsflucht bewerkstelligen – und gleich bei der ersten wurde es höchst kreativ.
Was hat der Film „Oben“ mit Haaren zu tun?
Von der ICF GmbH aus Düsseldorf waren Apostolos Manaridis und Nikolaj Becker mit ihren Produkten zu Gast bei der „Friseurinspirationen 2024“. Auf der Bühne wollten sie eine „Balayage“ (Helle Strähnen in den Längen der Haare, Anm. d. Red.) in 15 Minuten aufführen, auf besondere Art und Weise, denn an den Haaren der drei Modelle waren unzählige, mit Helium gefüllte Ballons befestigt. Als eine „Schnapsidee“ wurde dieses Schauspiel seitens Manaridis bezeichnet, aber wie es im Pixar-Film „Oben“ auch funktioniert hat, ein ganzes Haus mittels Luftballonen fliegen zu lassen, funktioniert das doch auch mit Haaren, wie Manaridis schmunzelte.
Unterlegt mit poppiger Musik, wie man sie meist aus Friseursalons kennt, wird dem Publikum beim nächsten Bühnenauftritt des Großhändlers Ziegler eine Haarglättung demonstriert. Von einer „Systembehandlung auf Aminosäure-Basis“ und „Detox-Shampoo, das leicht alkalisch ist“ und einer „Bändigung der Schuppenschicht“ wird gesprochen – Begriffe, die einem Laien wohl nichts sagen dürften, doch das Fachpublikum hört aufmerksam zu und klatscht begeistert mit.
Doch wird bei der „Friseurinspiration“ nicht ausschließlich das Haar thematisiert, vielmehr wird über Neuigkeiten, die die gesamte Friseurbranche betreffen aufgeklärt, erklärt Winter. Auch um Zeitungen geht es – schließlich sind diese wichtig für jeden Wartebereich, egal ob beim Arzt oder eben beim Friseur. Die Firma Share Magazines bringt eine digitale Variante des wohl bekannten Magazin-Stapels in jedem Friseur-Salon mit, mittels QR-Code auf einem Plastikaufsteller können beliebige Zeitschriften auf dem jeweiligen mobilen Endgerät digital gelesen werden.
Wozu braucht es KI im Friseursalon?
Die Digitalität war auch an anderer Stelle ein Thema, denn auch das Thema KI macht vor der Friseurbranche nicht Halt. So waren Sebastian Knapp und Hanna Dohmen von der Universität Konstanz mit ihrem Programm „KI macht Schule“ mit einem Vortrag auf der Bühne, konnten die anwesenden Friseure dann aber gleich beruhigen: „Ihr Job ist sicher!“ Und tatsächlich können auch Friseure in ihren Salons bereits mit KI konfrontiert werden, denn schließlich gibt es digitale Programme, die es per künstlicher Intelligenz möglich machen, Frisuren an Kunden auszutesten.
Und auch um lustige Namen für Friseursalons auszuspucken ist sich die KI nicht zu schade: So schlägt dass KI-Tool ChatGPT kurzerhand Namen wie „Haarleluja“ vor. Das Publikum kichert. Doch was gibt es sonst für Trends bei den Frisuren, will es die Redaktion von Obermeister Manuel Winter genau wissen. „Lockige, bewegte Haare“, erklärt er. „Je wilder, desto besser.“
Die Kreishandwerkerschaft Donau-Neckar
Friseur-Innung
Die Friseur-Innung Schwarzwald-Baar ist Teil unter der Kreishandwerkerschaft Donau-Neckar, welche sich nach eigenen Angaben als „Rathaus des Handwerks in den Landkreisen Rottweil und Schwarzwald-Baar“ sieht. Die Kreishandwerkerschaft ist die Vereinigung von 20 Handwerksinnungen und deren Innungsfachbetrieben in den Landkreisen. An der Spitze jeder Kreishandwerkerschaft steht der von den Obermeistern der Innungen gewählte Kreishandwerksmeister als auch ein Vorstandsgremium sowie ein hauptamtlich bestellter Geschäftsführer.