Parallel zur Sanierung des Laufener Tunnels vollzieht sich die Erneuerung der B-463-Brücke, die westlich des Ortsausgangs über die Eyach führt. Momentan wird der Einbau der Behelfsbrücke vorbereitet, über die während des Neubaus der Verkehr fließen soll.
Bereits im vergangenen September war die Eyach trockengelegt und in einem ersten Arbeitsgang zwei Meter dicke Rohre in der Gewässersohle verlegt und mit Schotter eingedeckt worden, in denen fortan der Bach die Straße unterquerte. Danach kamen Herbst und Winter, und die Bauarbeiten ruhten mal fünf Monate lang.
Mitte März wurden sie wieder aufgenommen; seither ist die Bundesstraße 463 halbseitig gesperrt, und der Verkehr in Richtung Balingen wird weiträumig umgeleitet.
Der erste Arbeitsgang an der Baustelle betraf allerdings gar nicht die Brücke, sondern den dahinter liegenden Tunnel: Neben der Straße wurden Leerrohre für die neue Elektrik der Röhre verlegt.
Das Tempolimit am B463-Tunnel kann wechseln
In Zukunft muss kein Blech mehr bewegt werden, wenn sich im und am Tunnel die Verkehrsregelung ändert; stattdessen werden sogenannte Wechselverkehrszeichen aufgestellt, die unterschiedliche Wege weisen und variable Tempovorgaben machen können.
Auch eine Schranke wird es geben. Braucht alles Strom und Daten – dafür die Leerrohre.
Diese Arbeiten sind beendet und auch der nächste Arbeitsgang so gut wie abgeschlossen. Südlich der bestehenden Brücke – also rechts aus Sicht des Autofahrers – wird direkt neben ihr eine Behelfsbrücke über die Eyach geschlagen; dafür mussten auf beiden Seiten des Gewässers zwei Rampen aufgeschüttet werden, stabil genug, um den Durchgangsverkehr zu schultern. Sie sind fertig; als nächster Schritt folgt der eigentliche (Behelfs)brückenbau, genauer: der der beiden Widerlager.
Auf beiden Seiten des Bachs werden jeweils vier acht bis neun Meter tiefe Löcher gebohrt und mit Beton ausgegossen; auf die Bohrpfähle werden anschließend die beiden Kopfbalken aufgelegt, die wiederum die Fahrbahn tragen sollen.
Danach wird es ernst; Stichtag ist der 12. Mai. Jetzt wird die Bundesstraße 463 voll gesperrt; auf dem Auflieger eines Sattelzugs rollt als Fertigteil die Behelfsbrückenfahrbahn an und wird von einem oder zwei Kränen über die Eyach gehoben und eingehängt. Ist das geschehen und die zeitgleich stattfindende Belagsanierung der B 463 zwischen Dürrwangen und Laufen erfolgt, kann die B 463 wieder in beiden Richtungen freigegeben werden und der Abriss der alten Brücke beginnen.
Doch halt – zuvor ist noch etwas zu erledigen: Unter der alten Eyachbrücke, genau in der Mitte, hängt das Glasfaserkabel, das nicht nur Laufen, sondern auch Lautlingen und sogar Teile Ebingens mit dem Internet verbindet. Das muss verlegt werden, ehe die alte Brücke abgerissen werden kann. Deshalb werden neben den Widerlagern der Behelfsbrücke seitlich „Kopflöcher“ für die provisorische Kabelrohraufhängung gebohrt.
Die Glasfaser zieht bei Nacht und Nebel um
Sobald sie fertig sind, naht die Nacht der Nächte: Irgendwann Ende Mai, der genaue Termin hängt vom Baufortschritt ab, wird der Backbone gekappt, von der alten Aufhängung heruntergezogen und in die neue umgelegt. Dies geschieht aus naheliegenden Gründen in einer Nacht- und Nebelaktion, zwischen ein und fünf Uhr morgens.
Die Nachteulen unter Albstadts Nerds sind in diesen vier Stunden auf Entzug und müssen sich die Zeit auf andere Art vertreiben als sonst – Schlafen wäre eine Option. Erst wenn die Glaserfaserenden zusammengespleißt sind, können sie wieder online gehen.
Die Brücke an B463 kann noch in diesem Jahr fertig werden
Wie man sich denken kann, wird sich diese Aktion etwa ein halbes Jahr später wiederholen: Wenn erst einmal die neue Eyachbrücke, die mit zehn Bohrpfählen und vier Stahlträgern etwas aufwendiger konstruiert ist als das Provisorium Behelfsbrücke, fertig ist, kommt diese wieder weg, und dann zieht auch die Glasfaser wieder um – wieder Vollsperrung, wieder vier Stunden ohne Internet, irgendwann im Spätherbst.
Die Brückenbaustelle dürfte, sofern alles nach Plan läuft, Ende des Jahres Geschichte sein. Der Tunnel braucht allerdings noch ein paar Wochen länger.
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