Im Vergleich zur aktuellen Herausforderung auf dem Laufband war Tanjas Höscheles Weltrekord im März auf dem Bad Wildbader Baumwipfelpfad fast wie ein Spaziergang. Foto: Verena Parage

Tanja Höschele will in sieben Tagen 847 Kilometer auf dem Laufband zurücklegen. Sie hängt hinterher momentan – doch noch bleibt Zeit.

Der Startschuss fiel am Samstag um 7.30 Uhr: Seither ist Tanja Höschele wieder unterwegs. Das Ziel: ihr zwölfter Weltrekord. Der Weg: knüppelhart.

 

Mindestens 847 Kilometer muss die Schwanner Extremsportlerin innerhalb von sieben Tagen auf dem Laufbahn zurücklegen, dann stellt sie einen neuen Damen-Weltrekord auf. Zeit hat sie dafür noch bis Freitagnacht, 23.59 Uhr. Dieses Mal steht ihr Laufband in der heimischen Garage, die sie allerdings für die Öffentlichkeit zugänglich machen muss, so fordern es die Regularien. Die 53-Jährige lässt ihre Bestleistungen vom Rekord-Institut für Deutschland anerkennen (RID).

Doch so weit ist es noch nicht. Dieser Rekord ist ein anderes Kaliber als Nummer elf: Erst im März hatte sie diesen auf dem Bad Wildbader Baumwipfelpfad aufgestellt. Dabei musste sie innerhalb von zwölf Stunden 2480 Höhenmeter bewältigen– was Höschele bereits nach viereinhalb Stunden gelungen war. Sie lief trotzdem weiter und schaffte in Summe knapp 5651 Höhenmeter.

Von Beschwerden lässt sie sich nicht ausbremsen

Dieses Mal muss sie in Summer 847 Kilometer laufen. Das bedeutet durchschnittlich gut 121 Kilometer pro Tag. Oder: 15, 16 Stunden täglich auf dem Laufband, wie sie erzählt. In einer Mischung aus Rennen und Gehen.

„Je größer die Herausforderung, desto höher die Wahrscheinlichkeit zu scheitern“, schreibt sie auf Instagram (@tanjahoeschele) dazu. Mit einem Augenzwinkern versehen. Scheitern ist möglich, das hat die Extremsportlerin gerade auf dem Laufband schon mehrfach erlebt. Von neuen Rekordversuchen abgehalten hat sie das nicht.

Deshalb läuft die Schwannerin wieder und erzählt am Mittwochnachmittag – natürlich während sie läuft – dass es ihr gut geht. Trotzdem habe sie die üblichen Beschwerden: Blasen an den Füßen, geschwollene Füße noch von den warmen Tagen, etwas Knieprobleme wegen des harten Untergrunds („wie immer beim Laufband“). Muskulär gehe es ihr aber sehr gut.

Doch: „Ich hänge hintendran, ich muss noch Kilometer aufholen“, sagt sie. Das bremst Höschele freilich nicht aus. Im Gegenteil. „Ich hab Hoffnung, dass ich das noch reingeholt kriege in den nächsten zwei Tagen.“ Sie sei „verhalten optimistisch“ – denn wenn sie das nicht wäre, dann könnte sie auch gleich aufhören.

Nummer zwölf erweist sich als „harte Nummer“

Das wiederum ist nun überhaupt nicht Tanja Höscheles Art: Die 53-Jährige beißt sich durch und läuft weiter. So ist das immer. Und im Endspurt schafft sie es oft, noch einmal richtig Gas zu geben. Denn sie ist nicht nur eine starke Läuferin, sondern auch mental stark. „Aber es ist natürlich eine harte Nummer.“ So leicht ihr der Wildbader Rekord gefallen ist, so schwer muss sie nun arbeiten für den nächsten: „Das ist die Challenge meines Lebens.“ Begleitet wird sie dabei übrigens von einem „Spiegel“-Journalisten.

Am Donnerstag, gegen 8.30 Uhr, berichtet Tanja Höschele in ihrer Instagram-Story, dass sie 581 Kilometer hinter sich hat. „Noch 266 Kilometer to go“, schreibt sie dazu. Es bleibt also sportlich. Aber Höschele hat ja noch Zeit bis Freitag, 23.59 Uhr.