Geschafft! Nach zehn Tagen, sechs Stunden und 36 Minuten landet Samuel Tanner in Zell am See und wird von seinem Hauptsupporter Jonathan Kalmbach begrüßt. Foto: Zooom Production-Adi Geisegger

Extremsportler Jonathan Kalmbach, Mitglied des Baiersbronner Drachen- und Gleitschirmflugvereins, erzählt über den X-Alps, der dem Team alles abverlangte.

Dass es sich bei den Red Bull X-Alps mit Start in Kitzbühel und dem Zielort Zell am See um keine 08/15-Sportveranstaltung handelt, ist hinlänglich bekannt. Es handelt sich um das größte Abenteuerrennen der Welt, bei dem herausragende Hike & Fly-Athleten aus der ganzen Welt die Alpen überqueren und dabei bis zu 60 Kilometer laufen und bis zu 180 Kilometer mit dem Gleitschirm fliegen. Über 18 000 zermürbende Höhenmeter gilt es eine Gesamtstrecke von 1300 Kilometern quer über die Alpen zu überwinden. In diesem Jahr erreichten von 33 Startern lediglich 21 das Ziel, andere mussten das Rennen aufgrund von physischen oder psychischen Problemen aufgeben.

 

Vortrag in Baiersbronn

Samuel Tanner, 26-jähriger Medizinstudent aus Innsbruck, Jonathan Kalmbach (23), Studienkollege und Mitglied beim Baiersbronner Drachen- und Gleitschirmflugverein, stellten sich den Herausforderungen.

Am Samstag, 29. November, um 18.30 Uhr geben die beiden Extremsportler im Baiersbronner Rosensaal im Rahmen eines Vortrags einen detaillierten Einblick in ihre Gefühlswelt während des zehntägigen Wettbewerbs.

Das Rennen stellte nicht nur eine sportliche Herausforderung dar, sondern brachte das Duo auch taktisch, mental und in der Abschätzung von Gefahren an die Grenzen. Schlafmangel, Wetterextreme, Zweifel und körperliche Erschöpfung gehen einher mit atemberaubenden Momenten der Freiheit und Euphorie.

In ihrer Präsentation nehmen „Samu“ Tanner und sein Supporter „Joni“ Kalmbach das Publikum mit auf eine Reise, beginnend bei der monatelangen, gemeinsamen Vorbereitung über die Strapazen unterwegs bis hin zu emotionalen Höhepunkten im Rennen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Risikomanagement, einer Gratwanderung zwischen Leistung und Sicherheit. Der Vortrag dürfte Sport-, Outdoor- und Abenteuerfans gleichermaßen begeistern.

Klassenerhalt geschafft

Jonathan Kalmbach hat das Gleitschirmfliegen 2021 in den Fluggebieten der Baiersbronner Flieger gelernt. Diese haben sich in diesem Jahr den Klassenerhalt in der Ersten Deutschen Gleitschirm-Bundesliga gesichert.

Das Supporterteam von Samuel Tanner bestand aus insgesamt vier Personen, das in ständigem Funkkontakt zu Tanner war. Dabei begleitete es den Extremsportler – wo möglich – am Boden und in der Luft. Die Gesamtstrecke bei der 12. Ausgabe des Extrem-Events umfasste 16 Pflicht-Turnpoints in fünf Ländern – Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und der Schweiz.

Letztplatzierte scheiden aus

Die Athleten dürfen beim X-Alps von vier Uhr morgens bis 23 Uhr abends unterwegs sein, geflogen werden darf nur von sechs bis 21 Uhr. Ab dem vierten Tag wird täglich der letztplatzierte Athlet aus dem Rennen genommen. Nebenbei gilt es drei Klettersteige zu überwinden. Der Gewinner Aaron Durogati aus Südtirol kam nach sieben Tagen, acht Stunden und 31 Minuten ins Ziel. Samuel Tanner schaffte es als 19. nach zehn Tagen, sechs Stunden und 36 Minuten über die Ziellinie.

Karten gibt es beim Veranstalter, dem Gleitschirmverein „Baiersbronner Flieger“ über die Mail-Adresse xalps@wolke7.net.