Autofahrer müssen sich am Wochenende vor Schneeverwehungen in Acht nehmen. (Symbolbild) Foto: Wolfilser - stock.adobe.com

Derzeit hält sich die Schneefallmenge in Freudenstadt noch in Grenzen. Doch schon am Wochenende könnte sich die Lage dramatisch verschärfen. Grund ist das Sturmtief Elli.

Mit dramatischen Worten hatte die Stadt Freudenstadt vor einem „heftigen Wintereinbruch ab Donnerstag gewarnt“. In einer Pressemitteilung schrieb die Stadt: „Oberbürgermeister Sonder empfiehlt, je nach Wetter möglichst zu Hause zu bleiben und Einkäufe etwa von Lebensmitteln frühzeitig zu tätigen.“

 

In der Nacht auf Donnerstag setzte dann tatsächlich phasenweise Schneefall ein. Das große Winterchaos ist bisher allerdings ausgeblieben. Laut Landratsamt Freudenstadt sind derzeit keine größeren Beeinträchtigungen auf den Straßen bekannt.

Und Meteorologe Dominik Jung schätzt auf Anfrage unserer Redaktion, dass im Laufe des Tages gerade mal ein Zentimeter Schnee fallen wird. „Damit kommt man in Freudenstadt zurecht“, weiß auch der Meteorologe im fernen Wiesbaden. Schließlich ist man in der Region ganz andere Schneemengen gewohnt.

Schneesturm ab Freitagabend

War also alles falscher Alarm? Nicht wirklich. Denn schon ab Freitagabend ist in Freudenstadt und im Umland mit einem regelrechten Schneesturm zu rechnen. Allerdings gibt es vorher noch mal eine kurze Tauwetterphase. Am Donnerstag könne es noch bis in die Nacht hinein schneien, meint Jung. Dann werde es aber wärmer und der Schnee gehe in Regen über.

Mit Glätte sei dabei nur vorübergehend zu rechnen. „In einer kurzen Übergangszeit kann das passieren“, sagt der Meteorologe. Bald sei es dann für Glatteis aber einfach zu warm. Aus dem Schnee werde dann Schneematsch.

Gefährlich kann es am Freitag aber dennoch werden. „Es ist sehr stürmisch“, warnt Jung. Windgeschwindigkeiten von 80 bis 90 Stundenkilometern seien möglich. Das könne auch deshalb zum Problem werden, weil viele Bäume schon jetzt unter der Schneelast ächzten. „Es kann sein, dass Bäume umkippen oder Äste abbrechen,“ so Jungs Einschätzung.

Am Freitagabend könnte dann der Sturm in einen Schneesturm übergehen. „Zum Abend hin wird es kälter. Ab 16 oder 17 Uhr ist wieder Schnee zu erwarten“, erklärt Jung.

„Der Schneefall könnte anhalten bist in den Samstag hinein“, sagt der Meteorologe. Er rechne am Samstag mit Schneemengen von 20 bis 50 Zentimetern. Und das bei anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 70 bis 80 Stundenkilometern.

Autofahrer müssen mit Schneeverwehungen rechnen

Da dabei starker Wind und starker Schneefall zusammenkämen, könne man durchaus von einem Schneesturm sprechen, meint Jung. Autofahrer müssten daher aufpassen, weil es zu Schneeverwehungen kommen könnte.

Und auch in tieferen Wetterlagen – wie zum Beispiel in Horb – werde es am Samstag voraussichtlich kräftig schneien. Allerdings dürfte dort die Lage nicht so dramatisch werden wie in Freudenstadt. Jung rechnet hier mit fünf bis 15 Zentimetern Neuschnee.

Noch keine Warnung des Deutschen Wetterdienstes

Allerdings: Trotz der dramatischen Wetterprognosen und der Warnungen der Stadtverwaltung gibt es noch keine Warnungen von Seiten des Landratsamts. Das bestätigt eine Sprecherin auf Anfrage. Sie verweist darauf, dass es bisher auch noch keine offizielle Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes gibt.

Und wie geht es nach dem Schneesturm-Samstag weiter? „Am Sonntag beruhigt sich die Wetterlage ein bisschen“, so die Erwartung des Meteorologen. Am Montag könne es dann noch mal fünf bis zehn Zentimeter schneien. Doch auch Tauwetter sei in der nächsten Woche möglich. Aufgrund der komplexen Wetterlage sei es aber schwierig, jetzt schon eine Prognose abzugeben.