Mehrere Erdbeben gab es am Montag und Dienstag rund um Schopfheim. Das vorerst heftigste hatte eine Stärke von 2.9. Auch Rheinfelden war betroffen.
Gleich sechs Beben mit Schopfheim als Epizentrum verzeichnet der Landeserdbebendienst (LED) für die vergangenen beiden Tage. Die Werte lagen zwischen 0.5 und 2.9 auf der Richterskala – und damit in einem Bereich, der offiziell als „Mikro-Erdbeben“ (Magnitude unter 2) beziehungsweise als „extrem leicht“ (zwischen Magnitude 2 und 3) eingeordnet wird.
Auch Rheinfelden betroffen
Das erste Beben ereignete sich am Montag, 28. Juli, um 11.17 Uhr. Um 16.54 gab es das vorerst heftigste Beben mit einem Ausschlag von 2.9. Noch am selben Abend verzeichnet der LED zwei kleine Nachbeben. Die vorerst letzte Erschütterung gab es am Dienstag um 11.42 Uhr, wiederum mit einer Stärke von 2.5.
Auch für Rheinfelden verzeichnet der LED zwei kleine Beben – einmal am Montag um 20.47 Uhr mit einem Ausschlag von 0.6, ein zweites Mal am Dienstag um 11.48 Uhr.
„Nicht spür-, aber messbar“
Die Auswirkungen von Beben in dieser Größenordnung werden als „nicht spürbar“ beziehungsweise als „normalerweise nicht spürbar, aber messbar“ beschrieben.
Die offiziellen Stellen wie Rettungsleitstelle oder Polizei verzeichneten denn auch nur zwei Mitteilungen aus der Bürgerschaft, wie Polizeipressesprecher Thomas Batzel auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt. Schäden wurden nicht gemeldet.
Bürger berichten von Erschütterungen
Auf Social Media indes sorgten die Beben für ausgiebig Gesprächsstoff. Unmittelbar nach der bislang stärksten Erschütterung gab es in einer der mittlerweile zahlreichen Schopfheim-Gruppen auf Facebook die erste vorsichtig Nachfrage – „War da grad ein kurzes Erdbeben?“ –, die umgehend von vielen Mit-Lesern auch aus Zell, Öflingen und Steinen bestätigt wurde: „Bin auch sehr erschrocken von dem Rumms“, heißt es dort, oder: „Wir dachten, es ist etwas aufs Dach gefallen“.
Starkes Beben vor fast genau einem Jahr
Vor ziemlich genau einem Jahr hatte die Erde rund um Schopfheim ebenfalls gebebt – damals allerdings deutlich heftiger: In der Nacht vom 26. auf den 27. Juni um 3.06 Uhr hatte ein Erdbeben mit Magnitude 4.2 viele Menschen aus dem Schlaf geschreckt. Der Landeserdbebendienst (LED) sprach damals vom „stärksten Erdbeben in Baden-Württemberg seit 2009“.
Das Epizentrum des Bebens lag auch damals in Schopfheim – zu spüren indes waren die Erschütterungen auch in weiten Teilen Baden-Württembergs. Bis zum Morgen gingen beim LED bereits mehr als 3000 Meldungen ein. Bislang wurden mehr als 30 Nachbeben registriert, das stärkste davon mit einem Wert von 1,7.
Einen Überblick über aktuelle Erdbeben in Baden-Württemberg gibt es unter https://erdbeben.led-bw.de/. Hier können Bürger ihre Wahrnehmungen melden: https://makro.led-bw.de/.