Containerschiffe wie diese transportieren Güter, die für den Export bestimmt sind. Foto: Marcus Brandt/dpa

Die Entwicklungen in der internationalen Handelspolitik haben direkte Auswirkungen auf die exportorientierte Wirtschaft in der Region.

Um angemessen auf die Folgen der US-Zollpolitik und auf Neuerungen in der Außenwirtschaft zu reagieren, hat sich der Arbeitskreis Zoll der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg bei der Heinrich Kipp Werk GmbH in Sulz getroffen.

 

Als Gastgeber begrüßte Geschäftsführer Alexander Kruppa rund 40 Zollverantwortliche, die in den Unternehmen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg den internationalen Warenverkehr abwickeln.

Jessika Hess, die die Abteilung Zoll und Außenwirtschaft leitet, rückte die aktuelle US-Zollpolitik und deren direkte Auswirkungen auf das operative Tagesgeschäft exportorientierter Unternehmen in den Fokus.

Besonders für international agierende Mittelständler stellten die zunehmend komplexen und teils kurzfristig geänderten Zollvorgaben der USA eine erhebliche Herausforderung dar. Unternehmen hätten mit zusätzlichen bürokratischen Anforderungen, längeren Lieferzeiten und steigenden Kosten zu kämpfen – Faktoren, die sich direkt auf Wettbewerbsfähigkeit und Planungssicherheit auswirkten.

Die Mitglieder im Arbeitskreis nutzten die Gelegenheit, um intensiv über pragmatische Strategien zu diskutieren. Es sei unabdingbar, gezielte Prozessanpassungen vorzunehmen, die Kommunikation mit Partnern und Behörden zu intensivieren und interne Expertise im Zollmanagement aufzubauen, so das Fazit der Teilnehmenden.

Zudem berichtete Bernd Seemann von der Aesculap AG in seiner Funktion als Vorsitzender des IHK-Arbeitskreises über die neuesten Entwicklungen im internationalen Außenwirtschaftsrecht. Im Fokus standen beispielsweise die CBAM-Regulatorik, ein Instrument der Europäischen Union zur CO2-Bepreisung, die EU-Entwaldungsverordung (EUDR), neue Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit den Mercosur Staaten und Indonesien sowie aktuelle Sanktionen gegenüber Russland und Iran.

Jörg Hermle, Außenwirtschaftsexperte bei der IHK, informierte die Teilnehmenden über die Änderungen bei der digitalen Ausstellung von Ursprungszeugnissen und Bescheinigungen. Zudem kündigte er an, dass im ersten Halbjahr 2026 ein Testverfahren für die Volldigitalisierung des Zollpassierscheinheftes Carnet ATA/CPD durchgeführt werde.

Bei Interesse am Arbeitskreis Zoll oder an weiteren Arbeitskreisen steht Jörg Hermle telefonisch unter 07721/92 21 23 oder per Mail an hermle@vs.ihk.de gerne zur Verfügung.