Während nun schon der zweite Bundespolitiker das Baden-Württemberg-Haus besucht, hält sich die Landespolitik weiter zurück. Sponsoren wie Andreas Lapp zeigen sich enttäuscht.
Stuttgart/Dubai - Der Bundespräsident besucht den Expo-Pavillon des Landes. Am Montag will Frank-Walter Steinmeier – zusammen mit einer 50-köpfigen Delegation – nicht nur an den Feierlichkeiten des Deutschen Pavillons teilnehmen, sondern auch dem Baden-Württemberg-Haus einen Besuch abstatten. Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) wird ihn empfangen. „Sein Besuch ist eine große Ehre für uns“, sagte sie unserer Zeitung.
Zahlreiche Politiker zu Besuch
Steinmeier ist nach Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) schon der zweite Bundespolitiker, der den Pavillon besucht. Auch andere Politiker wie der bayerische Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert, die Bremer Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt, der finnische Außenhandelsminister Ville Skinnari und die emiratische Staatsministerin für Klima und Umwelt, Mariam Almheiri, haben den Pavillon bereits angeschaut.
Landespolitiker scheuen den Besuch des Baden-Württemberg-Hauses nach dem politischen Hickhack inklusive Untersuchungsausschuss hingegen nach wie vor. Zur Eröffnung am 3. Oktober etwa reisten einzig Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut und die AfD-Landtagsabgeordnete Carola Wolle in die arabische Wüste. Bei Sponsoren wie Andreas Lapp, Vorstandschef der Lapp Holding AG, stößt das auf Unverständnis: „Ganz ehrlich: ich bin ziemlich enttäuscht“, sagte er. „Der Besuch des Landespavillons auf der Expo Dubai sollte für die hochkarätigen Landespolitiker ein Muss sein.“ Auch bei der IHK Stuttgart betont man die Bedeutung des Pavillons als Schaufenster für die Welt. In der Landesausstellung präsentieren sich Firmen mit Zukunftstechnologien.
Lesen Sie aus unserem Angebot: Entwicklungsminister Müller zur Expo
Kein Besuch aus dem Land
Doch ein Besuch etwa von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist bislang nicht geplant. Auch weitere Minister oder Landtagsabgeordnete haben sich nicht angemeldet. Man werde den Pavillon nicht besuchen, „um dem millionenschweren Missmanagement der Landesregierung nicht nachträglich auch nur den Anschein einer Legitimation zu verschaffen“, so der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Boris Weirauch.
Das Projekt hatte ursprünglich mit Sponsorengeldern finanziert werden sollen. Weil die ausblieben, sprang das Land mit 15 Millionen Euro ein. Ein Untersuchungsausschuss arbeitete später auf, warum außerdem durch Fehler im Wirtschaftsministerium nicht die Projektgesellschaft, sondern das Land Vertragspartner geworden war.
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: So sieht der Pavillon aus