Rottweiler sind leicht an ihrem schwarzen Fell mit braunen Flecken im Gesicht und an den Pfoten zu erkennen. Ist ein Verbot der Rasse sinnvoll? Foto: ixabay/NioleNina

Rottweiler werden oft als gefährliche Hunde eingeordnet. In der Schweiz gilt seit Anfang des Jahres ein Rottweiler-Verbot. Das Tierheim in Tübingen sieht darin aber keine Lösung und erklärt, welchen Ansatz die Bevölkerung stattdessen verfolgen sollte.

Schwarzes Fell mit hellbraunen Flecken auf den Pfoten, der Brust und im breiten Gesicht – das ist das typische Aussehen eines Rottweilers. Doch einige Menschen haben genau vor diesem Tier Angst. Er ist ein Listenhund und wird somit zu den gefährlichen Hunderassen gezählt.

 

In der Schweiz, genauer gesagt in Kanton Zürich, ist die Rasse seit dem 1. Januar verboten. Hintergrund seien zwei Beiß-Angriffe in Adlikon und Winterthur gewesen, bei denen Kinder schwer verletzt wurden.

Unsere Redaktion holte sich eine Expertenmeinung zu dem Thema ein. Ist ein Verbot wirklich sinnvoll?

Verbot sei nicht die Lösung des Problems

Ein grundsätzliches Verbot einer Hunderasse findet Anne Kreim nicht den richtigen Schritt. Sie ist Vorsitzende des Tierschutzvereins Tübingen, der das Kreistierheim betreibt. Es komme teilweise auf die Situation an, aber mit diesem Ansatz sei das Problem nicht gelöst. „Rottweiler sind richtig gute Hunde“, ist sie sich sicher. Allerdings brauchen sie Erziehung und Beschäftigung. Man müsse ständig mit ihnen arbeiten, zeigt die Tierschützerin auf. „Sie sind nicht aggressiv, sie werden aggressiv gemacht.“

Daher müsse grundsätzlich etwas in der Erziehung umgestellt werden. Den Menschen müsse beigebracht werden, wie mit solchen Hunden umgegangen werde, findet die Vorsitzende. Die meisten Tiere, die in das Tierheim kommen, haben eine schlechte Haltung erlebt. Daher müsse gezielt damit umgegangen werden.

Kaution für Hundeschule

Im Tübinger Tierheim zum Beispiel müssen Interessierte eine Kaution hinterlegen. Diese bekommen die „Adoptionsfamilien“ des Hundes zurück, wenn sie nachweisen können, dass sie zehn Einheiten bei einer Hundeschule absolviert haben. Aber das Training höre nie auf, so Kreim.

Das sei auch eine Sache von Tiergerechtigkeit. Es sei immer besonders schade, wenn durch eine schlechte Erziehung die Tiere nur noch mit Maulkorb nach draußen können, weil es in der Vergangenheit Biss-Unfälle gab. Daher müsse immer im Vorhinein geschaut werden, was getan werden kann. Denn: „Dieses Risiko geht der Hundebesitzer ein“, zeigt die Vorsitzende auf.

Auch die Umgebung macht einen Unterschied. Menschen sind unterschiedlich – und das würden die Hunde merken. Sie würden fühlen, wenn die Menschen in der Umgebung zum Beispiel angespannt seien und „wie sie ticken“. Daher versucht Anne Kreim – auch bei privaten Spaziergängen mit ihrem Hund – die Menschen aufzuklären, wie sie sich dem Hund nähern sollen. Sie selbst sei auch regelmäßig auf dem Hundeplatz.