Stefan Verra zeigt dem Publikum in Schwenningen die große Bedeutung der Körpersprache auf. Foto: Heinz Wittmann

Einen erkenntnisreichen Abend erlebten die Besucher in der Schwenninger Neckarhalle mit Stefan Verra. Der Körpersprache-Experte gab Tipps, um sympathisch zu erscheinen.

„Du zum Super Du 2.0 – Alltagshelden strahlen wortlos“, hieß ein Vortrag, den Verra am Donnerstagabend in der Schwenninger Neckarhalle hielt.

 

„Wir sind Rudelwesen, brauchen andere Menschen“, stellte Verra fest. Von diesen anderen Menschen würden wir eingeordnet. Um nicht eine falsche, negative Einordnung zu erhalten, sei Körpersprache sehr wichtig.

Worte seien eine tolle Errungenschaft. „Sie können aber keine Gefühle mitteilen.“ Ob die Worte „ich freue mich, dich zu sehen“, echt sind oder nicht, könne das Gegenüber der Körpersprache entnehmen. Augenbrauen, Kopf, Unterkiefer würden entscheidende Signale abgeben.

Ohne Worte begrüßen

Das Publikum wurde immer wieder in praktische Übungen der Körpersprache einbezogen. So sollten sich die Zuschauer gegenseitig ohne Worte begrüßen. „Alle haben mit dem Kopf genickt. Das Nicken ist in allen Kulturen eine friedliche Form der Begrüßung. Es signalisiert, wir tragen jetzt keinen Territorialkampf aus.“

Generell würde der alte Spruch „ein großer Ausdruck, macht großen Eindruck“ stimmen. Wenn man bei der Begrüßung zu zögerlich sei, käme dies nicht gut an. Es gelte, in dem selben Tempo auf jemanden zuzugehen, wie derjenige, der einem die Hand geben möchte. Und enorm wichtig: lächeln.

In einem überzeugenden Selbstversuch, in dem der eine Zuschauer von dem anderen Handyfotos machte, sollte das Lächeln in drei Stufen gezeigt werden.

Tatsächlich war es so, wie Verra es beschreibt. Das stärkste Lächeln der Stufe drei, war das Beste, nicht das verhaltene, das erst bei Betrachtung der Fotos als zu verhalten identifiziert wurde. Es sei eminent wichtig Freude zu zeigen, seinem Temperament freien Lauf zu lassen.

Experiment mit Publikum

Dann wieder ein Experiment mit dem Publikum. „Ich wurde heute von der Polizei angehalten“, sollte der eine Nachbar zum anderen sagen. Einmal traurig und einmal fröhlich. Bei der traurigen Variante ging der Kopf, ja der ganze Oberkörper nach unten, bei der fröhlichen ging er nach oben und die Hände gleich mit.

Auf Dating-Plattformen würde sich die Mehrheit der Männer in sportlicher Pose zeigen. Es sei aber ein Minderheit der Männer, die tatsächlich regelmäßig Sport treibe. „Hier werden falsche Erwartungen geweckt“, warnt Verra.

Sexualisierte Signale

Ähnlich verhalte es sich bei Frauen. „Die meisten Frauen senden auf solche Plattformen auf ihren Fotos sexualisierte Signale, dabei steht bei vielen der Sex alles andere als an wichtigster Stelle.“ Auch hier würden die falschen Signale gesendet. Verra: „Der Mensch passt zu uns, der uns zwingt das zu tun, was wir am besten können.“

Der 52-jährige Österreicher beherrscht nicht nur die Körpersprache perfekt. Er ist zudem ein charmanter Redner, so dass sich das Publikum auch bestens unterhalten fühlte.